Gedanken zur NFTs in Kunst / Fotografie

Zuletzt geändert: 30. Oktober 2022
Geschätzte Lesezeit: 2 min

Fotografie ist mit dem Anbrechen des digitalen Zeitalters auch ein höchst digitales Medium geworden. Es gab eine Transformation von der Chemie, hin zur Elektronik. Heute ist der gesamte Prozess digital, von der Kamera, über die Bearbeitung und Archivierung, bis hin zum Druck. Da liegt der Gedanken nahe, aus den Fotografien NTFs zu machen, und sie auf den entsprechenden Marktplätzen an zu bieten.

Was ist NTF

Digitale Dateien sind verlustfrei kopierbar. Es gibt kein Original, wie bei einem Ölgemälde oder einer Skulptur, sondern einfach herstellbare, tendenziell endlose Kopien, und Kopien von Kopien. Das macht es schwer solche Arbeiten auf dem Kunstmarkt zu platzieren. NTFs sind angetreten um dieses Problem zu lösen. Ich will ich nicht zu technisch werden:

  • NFT bedeutet Non-Fungible Token.
  • Das ist ein digitales Zertifikat. Es ist…
    • kryptografisch eindeutig
    • unteilbar
    • unersetzbar
    • überprüfbar
  • Es ist ein Stück Hexadezimalcode.
  • Es wird mit einer Kryptowährung wie Bitcoin oder Ether gekauft.
  • Es liegt in der Blockchain, einer speziellen, dezentralen Datenbank im Internet.
  • und dient so als Beweis für die Originalität eines digitalen Werkes.
  • Ein digitales Werk kann ein Video, ein Meme, eine GIF-Animation etc. sein, das dann mit diesem Zertifikat signiert wurde.

Die Idee geht ja grundsätzlich in Ordnung, aber NFTs stehen unter anderem wegen der Klimaschäden durch die Technologie, Betrugsfällen und Vorwürfen, ein Schneeballsystem zu sein, zurecht in der Kritik. Die Registrierung in der Blockchain hat auch nicht den Ewigkeitswert den man gemeinhin annimmt. Hardware und Software, Formate digitaler Dokumente veralten teilweise sogar schneller als ihre analogen Pendants.

Weitere Kritik

Bei meinen Recherchen ist mir schnell vollkommen klar geworden, warum NFT so gehypt wird: Willst du ein NTF von einem Werk erstellen, fallen Gebühren an: Viel Kleinvieh macht hier viel Mist. Es wird sich für die Anbieter der Infrastruktur auf jeden Fall lohnen, das möglichst viele Glücksritter und Goldgräber auf den Zug auf springen, und so machen sie mit viel Wirbel und Werbung das Versprechen, das jeder NFT Kunst einfach, ohne viel Kenntnisse und Können, in grossen Mengen herstellen und verkaufen kann. Entsprechend ist der Markt geflutet. Das ist die perfekte Inflation der Kunst. Man nutzt Programmierung und digitale Werkzeuge hier zur Automatisierung des KunstSchaffungsProzesses. Das führt zur Erschaffung des immer gleichen, mit kleinen Variationen – ich denke dabei an Andy Warhol und seine PopArt, die damit einerseits geadelt wird, und anderseits ihren Meister findet. Kunst wird produziert wie ein Durchlauferhitzer: Möglichst schnell, und in Masse. Damit entwertet man die digitale Kunst noch mehr, die im etablierten Markt schon lange ein unbedeutendes NischenDasein fristet, und nie einen guten Ruf hatte.

Das Problem bleibt, wie immer: Wer sieht dein Zeug, wer beachtet dein Zeug, wer kauft dein Zeug, auf diesem gigantischen Marktplatz. Wie erreicht man, das man dort nicht genauso untergeht, wie auf den vielen andern digitalen Plätzen? Man ist doch nur einer unter 7,75 Milliarden. Daran ändert sich nichts mit dieser Liberalisierung des Kunstmarktes.

Wo stehe ich

Ich fotografiere, und ich mache digitale Kunst mit dem Werkzeug der Programmierung. Es geht mir um die Erforschung – und dem Spiel mit – der Abstraktion, es ist auch ein Versuch die Dinge zu verbinden, die ich mache. Die Erstellung der Software ist individuelle Handarbeit, ist Teil des Prozesses, ist Teil des Werkes. Ich nehme mir Zeit dafür. In die Erstellung eines Programmes fließen viele hunderte ArbeitsStunden und viele Gedanken. Ich komme mir damit wie ein angestaubtes Relikt aus vergangenen Zeiten vor, aber ich kann, und will auch nicht anders.

Fazit

Werde ich jemals NTFs aus meinen Werken machen? Im Moment… ich denke nicht.

Weiterführende Links

War der Artikel hilfreich?
Nich so 0 3 von 3 fanden den Artikel hilfreich.
Ansichten: 72
Vorheriger Artikel: Virtual Photography
Nächster Artikel: Creative Coding – eine Linksammlung