Analogen Film entwickeln

Zuletzt geändert: 8. August 2020
Geschätzte Lesezeit: 2 min

Mit diesem Artikel fasse ich meine ersten Erfahrungen bei der Entwicklung von 120er Rollfilmen und 4×5 Sheetfilm zusammen, und stelle meinen Workflow vor. Filme in schwarz weiß und in Farbe nach dem C-41 Prozess zu entwickeln ist gar nicht so schwer.

Einkaufsliste

Du benötigst:

  • Entwicklerdose
  • Entwickler (hier XTOL in Pulverform für 5L)
  • Fixierer
  • Mensur zum Abmessen der Mengen
  • 5 Liter Kanister für den angesetzten Entwickler 1:1
  • 5 Liter Kanister destilliertes Wasser
    Die Kanister eignen sich nachher für den Entwickler-Abfall.
  • oder halt zusätzlich einen 10 Lister Kanister für den Entwickler Abfall – der geht mit in den Müll!
  • 500ml Behälter für den angesetzten Entwickler
  • 500ml Behälter für die angesetzte Fixierlösung
  • Wanne für das temperierte Wasserbad
  • Termometer
  • Einen Timer, oder die APP MassiveDevChart
  • Ein paar Klammern um den Film zum trocknen auf zu hängen.

Der SW Workflow

0.) Entwickler und Fixierer vorbereiten

Der Entwickler X-Tol liegt in Pulverform vor. Ich setzte ihn mit destilliertem Wasser in einem 5 Liter Kanister auf Vorrat an, und lagere ihn dunkel. Dieser Schritt muss also nur alle paar Monate durchgeführt werden.  (TODO: Luftraum oberhalb, bei verbrauch…)

Ich setze den Entwickler mit destilliertem Wasser an und nicht mit Leitungswasser da der darin enthaltene Kalk über die Lagerzeit  letztlich zu weißen Flecken auf dem entwickelten Negativ führt.

Der Fixierer muss auch nur einmal angesetzt werden und kann sehr oft verwendet werden.

1.) Der Film muss in die Dose

Das muss in absoluter Dunkelheit geschehen, der Dunkelkammer. Dazu nutzt man einen dunklen Raum,  oder ein Wechselsack oder ein Wechselzelt.

2.) Wasserbad ansetzen

Ich verwend eine Plastikwanne, in die ich Leitungswasser mit der Temperatur von  20 Grad einfülle. Das prüfe ich mit dem Thermometer.

3.) Entwickler ansetzen

Bevor ich ihn benutze teste ich ob er noch reagiert.

Die Menge des Entwicklers ist abhängig von der verwendeten Entwicklerdose oder Schale. Wer sich unsicher ist – besonders bei größeren Formaten kann erstmal testen wie viel Wasser in die Dose passt das der Film komplett bedeckt ist. Das ist dann die Menge Entwickler die angesetzt werden sollte:

  • AP-Dose, Mittelformat: 590 ml.
  • AP-Dose, 4×5 (Tacco-Methode): 800ml.
  • Paterson Tank 4×5: 1000ml.

Ich mische X-Tol im Verhältnis 1:1, das bedeutet:

  • AP-Dose, Mittelformat: 295ml Wasser, 295ml Entwickler.
  • AP-Dose, 4×5 (Tacco-Methode): 400ml Wasser, 400ml Entwickler.
  • Paterson Tank 4×5: 500ml Wasser, 500ml Entwickler.

Berechnet wird das wie folgt:

100% = zB. 590ml

  • 1:1 bedeutet ein Teil Wasser und ein Teil Entwickler.
  • 1:2 bedeutet ein Teil Wasser und zwei Teile Entwickler.

4.) Auf Temperatur bringen

5.) Entwickeln – Wässern – … – Fixieren – Wässern

  • AGFA-Rhythmus: 30 Sekunden permanent, dann alle 30 Sekunden 1x kippen.
  • Illford-Rhytmus: 30 Sekunden permanent, dann alle 60 Sekunden 1x kippen.

6.) Trockenen

Ab auf die Leine. Dazu benutze ich … Klammern. Ich streife das Wasser nicht ab! Nicht mit Handschuhen und nicht mit Abstreifern. Das gibt immer Streifen.

Frequently asked Questions

  • Was ist der Unterschied zwischen Kippentwicklung und Stand-Entwicklung?
  • Was passiert beim entwickeln?
  • Wie wirkt sich der Kipprhythmus auf das Bild aus?
    • Was bewirken diese unterschiedlichen Rhythmen?
    • Die Bewegung beeinflusst die Lichter: Mehr Bewegung erzeugt hell strahlende Lichter,  weniger Bewegung, erzeugt stumpfe, mattere Lichter.
  • …und die generelle Entwicklungszeit? –
  • Wie wirkt sich die Verdünnung des Entwicklers aus?
  • Wie wirkt sich die Temperatur aus?
  • Was ist push and pull?
  • Wie prüfe ich ob der Entwickler und der Fixierer noch funktioniert?
  • Welche ist die beste Dose?
  • Worin unterscheiden sich die Entwickler
  • Worin unterscheiden sich die Fixierer
  • Warum muss man fixieren?

Weiterverarbeitung

Die Negative können nun über ein weiteres chemisches Verfahren direkt auf Papier gebracht werden (Handabzüge), oder man scannt die Negative, wodurch allerdings durch die Digitalisierung einige der schönen Eigenheiten der analogen Fotos verloren gehen. Die Negative sollten dann geeignet archiviert werden.

Weiterführende Links

War der Artikel hilfreich?
Nich so 0 0 von 0 fanden den Artikel hilfreich.
Ansichten: 177
Vorheriger Artikel: Bildgestaltung in der Fotografie