Einige Worte über das Projekt: Hi, ich höre auf den Namen Carsten Nichte, und bin in erster Linie Fotograf, mag aber auch geschriebenes. Im Grunde ist das hier mein ganz eigenes, minimalistisches "Twitter / Instagram" Mashup Ding, das beides vereint. Es ist auch ein IndieWeb-Experiment. Beim runter scrollen findest Du hier also Spuren von Gedanken, in Texten und Bildern. Du kannst ein Like hinterlassen, aber keine Kommentare - das ist Teil des Minimalismus :-)


Wo wann was und wer

Ist es nicht merkwürdig, das wir alle Uhren tragen, aber keinen Kompass? Es scheint uns wichtiger, zu wissen wann wir sind, ob wir pünktlich sind, als zu wissen wo wir sind, und wo wir hin wollen. Keine Ahnung ob das richtig oder wichtig ist. Mir ist jedenfalls wichtiger was ich mache, und weder wo ich bin, noch wann ich bin. Obwohl das natürlich auch essentiell ist, für das was ich mache. Ich bin in eine durchaus privilegierte Gesellschaft integriert, das ich mir den Luxus erlauben kann, das wo und wann häufig zu ignorieren. Andere Menschen können das nicht. #gehtSoGesellschaft #Gedanken

Der Irrtum mit dem Irrtum

„Der größte Feind des Fortschritts ist nicht der Irrtum, sondern die Trägheit.“

Henry Thomas Buckle, History of Civilization in England, 1857 – 1861

Nur so ein #Gedanke: Den ersten Teil des Zitats finde ich einfach falsch. Der Irrtum ist weder der große, noch der kleine Feind des Fortschritts. Der Irrtum ist ein Freund. Irren ist menschlich. Versuch und Irrtum, und die Lehren daraus gehören zusammen, und sind ein Motor des Fortschritts. Das Trägheit den Fortschritt behindern könnte, sehe ich schon eher, wenn damit konservativ sein gemeint ist, oder wenn ich einfach mal meine ganz persönliche Faulheit auslebe, die dafür sorgt das Dinge einfach liegen bleiben. Trägheit kann manchmal aber auch von Vorteil sein. Langsamkeit – braucht es manchmal um zur Besinnung zu kommen, und Dinge bewusst wahr zu nehmen. Langsam und bewusst üben, bedeutet schnell lernen! Um es mit Leonardo da Vinci zu sagen:

„In der Natur ist kein Irrtum, sondern wisse, der Irrtum ist in dir.“

Leonardo da Vinci (1452 – 1519)

Reisegedanken

Wieviel sehe – erfahre – ich wirklich von der Welt wenn ich sie bereise und durchstreife? Ich sehe – erlebe – Ausschnitte, begrenzte Szenerien, Fragmente. Dann werden sie Erinnerung. Eine Fotografie gibt das ganz gut wieder, ein Video mit Ton wirkt etwas lebhafter, lebendiger. Aber Gerüche werden immer fehlen, die Temperatur, die Feuchte und der Zug der Luft, der Geschmack, und natürlich die Emotionen. Was bleibt, ist ein Stempel der Erinnerung in meinem Hirn, der sich mit der Zeit verändert. Ich habe einen winzigen Teil der – meiner – Wirklichkeit erfahren. “Reisen bildet” sagt ein altes Sprichwort, es ist nicht weniger und nicht mehr als Erfahrungen machen. #Gedanken

StereoTypen

Gedanken über so etwas wie „die Mentalität einzelner Leute“ oder „ganzer Volksgruppen“ bergen immer die Gefahr von stereotypem Denken. Manchmal muss – oder will – man trotzdem auf dem schmalen Grat wandern, der die bedachte Analyse von der Stereotypisierung trennt, aber es ist besser davon Abstand zu halten.

#gehtSoGesellschaft

Anfänger

Eine vollkommen andere Auffassung aller Dinge hat sich unter diesen Einflüssen in mir herausgebildet, es sind gewisse Unterschiede da, die mich von den Menschen mehr als alles Bisherige abtrennen. Eine veränderte Welt. Ein neues Leben voll neuer Bedeutungen. Ich habe es augenblicklich etwas schwer, weil alles neu ist. Ich bin ein Anfänger in meinen eigenen Verhältnissen.

Rainer Maria Rilke

Das hat Rilke so wunderschön, und unglaublich treffend formuliert. Hab ich schon gesagt, das mich Rilke ziemlich begeistert? – Besonders die Briefe an einen jungen Dichter! #trauer #anfang #triviaReminders #zitat

Minderleister

Gehe unbeirrt weiter voran. Nichts auf der Welt kann Beharrlichkeit ersetzen. Talent kann es nicht – nichts ist häufiger als talentierte Menschen ohne Erfolg. Genie kann es nicht – das verkannte Genie ist sprichwörtlich. Bildung kann es nicht – die Welt ist voller gebildeter Versager. Beharrlichkeit und Entschlossenheit allein sind allmächtig.

Bemerkung eines Tai Chi Chuan Meisters

Ich mag das Wort Versager nicht, und wir sollten darüber reden wie Erfolg überhaupt definiert ist. Jeder tut doch das was er kann, mit den Mitteln die er hat. Das sollte man immer erkennen und anerkennen können. Wer Menschen als Versager oder Minderleister bezeichnet stigmatisiert sie, und versucht nur von den Mitverantwortlichen ab zu lenken: Der Gesellschaft, den Bildungseinrichtungen, dem Elternhaus,… also lass das! Das ist nicht hilfreich.

#gehtSoGesellschaft #triviaReminders #zitat

Über den Tod

Der eigene Tod ist etwas, das den anderen widerfährt. Wer tot ist vermisst das Leben nicht, aber die Lebenden vermissen die Toten

frei nach Sherlock; Serie mit Benedict Cumberbatch, Staffel 4, Folge …

Das klingt erst mal merkwürdig für mich, hat aber einen Punkt: Das durchleben der intensiven Trauer erfährt der Tote nicht. Jedenfalls nicht, wenn über das biologische Ende hinaus nix weiter ist. An etwas vor der Geburt erinnere ich mich ja auch nicht. Man könnte also sagen: Ich war nicht existent, und werde es wieder sein. Die längste Zeit existiere ich schlicht nicht – oder bin nicht bei Bewusst.Sein? Die im kosmischen Maßstab unglaublich kurze Zeitspanne dazwischen – dieses Wunder – nennen wir jedenfalls Leben. Das klingt erst mal furchtbar deprimierend, bedeutet aber für mich: Blicke staunend in die Welt, und mach für dich und deine Mitmenschen was möglichst gutes draus.

#trauer #triviaReminders #zitat

Macht

MACHT – Die Psychologie definiert das irgendwie so in der Art: „Wer stark ist, muss andere Menschen nicht unterdrücken oder beherrschen. Nur wer tiefgehend unsicher und schwach ist, manipuliert andere Menschen, hetzt sie gegeneinander auf, baut Hierarchien und Pyramiden und setzt sich selbst an die Spitze“. Nur schwache Menschen tun so etwas, die Starken brauchen das nicht.

#krieg #gewalt #autokratie #faschismus #triviaReminders #zitat

sitzen

Sitzen – Eine Körperhaltung innehaben, bei der man mit dem Gesäß und den Oberschenkeln bei aufgerichtetem Rumpf und meist auf dem Boden stehenden Füßen auf einer Unterlage, besonders einem Stuhl, oder auf dem Boden ruht. Sitzen kann man hart, weich, bequem, unbequem, rittlings, schief, fest im Sattel, passend, zwischen Baum und Borke, zwischen zwei Stühlen, auf dem Trockenen, im Käfig, im Glashaus, hoch oben, weit unten, auf dem Boden der Tatsachen. Man kann einsitzen und aussitzen, aber egal wie man sitzt steht wohl fest:

Sitzen, ist das neue Rauchen…

unbekannt

Es tut zwar weh das zu lesen, es ist aber leider was dran: Zu viel sitzen ist ungesund. Ich stelle hiermit offiziell fest, das ich seit geraumer Zeit viel zu viel sitze. #bleibtGesund #gehtSoGesellschaft #zitat