Über die Wissenschaft

Zuletzt aktualisiert am 5. Februar 2024 13 Minuten

Wissenschaft ist imho die größte Errungenschaft der Menschheit überhaupt. Sie kommt leider nicht ohne die üblichen menschlichen Schwächen, wie Eitelkeiten, Egoismus, Geltungssucht, Boshaftigkeit, etc. daher. Das schmälert aber nicht ihren Nutzen. Ich werde versuchen hier einige grundlegende Infos über die wissenschaftliche Methode zusammen zu tragen. Ausserdem versuche ich zu verstehen warum "alternative Faktenexternal link " momentan so einen Zuspruch finden, warum derzeit Menschen versuchen unter anderem die Begriffe Wahrheit und Fakten systematisch zu zerstören.

Begriffe

Eine Sammlung von Begriffen, die ich noch um kurze Erklärungen ergänzen werde. Damit stecke ich erst mal den groben Rahmen ab, um den es mir hier geht:

  1. Wissen

    1. praktisches Wissen
    2. theoretisches Wissen
    3. Etwas für wahr halten
    4. Eine Überzeugung haben
    5. Glauben
    6. Behaupten
  2. Evidenz

    1. Hypothese
    2. Theorie
    3. Beweise
    4. Zweifel
  3. Fakten / Tatsachen -  Ein bestehender, nachweisbarer, wahrer, allgemein anerkannter Sachverhalt. (wikipediaexternal link )

  4. Korrelation

  5. Kausalität

  6. Motivation

  7. Fakten Nihilismus (wikipediaexternal link )

  8. kritisches Denken , selber Denken, geradeaus Denken, Querdenken

  9. Rationalität, Irrationalität

  10. Objektiv, Subjektiv

  11. Realität

  12. Soziale Konstrukte (wikipediaexternal link )

  13. Bestätigungsfehler / Confirmation Bias (wikipediaexternal link )

  14. Kognitive Dissonanz (wikipediaexternal link )

  15. Kognitive Verzerrungen (wikipediaexternal link )

    1. Dunning Kruger Effect
    2. Mandala Effect
  16. Ideologie

  17. Meinung

  18. Wahrheit

  19. Lüge

  20. Falschmeldung

  21. Propaganda - wikipediaexternal link

  22. Projektion (sprektrum.deexternal link )

  23. Desinformation

  24. Alternative Fakten - (wikipediaexternal link )

  25. Gish-Galopp - Eine rhetorische Strategie, bei der versucht wird, das Gegenüber unter einer Lawine aus Halbwahrheiten, Widersprüchen, logischen Fehlschlüssen und anderen Absurditäten zu begraben. (wikipediaexternal link )

  26. Shit Flooding / Flood the zone with shit- Eine Propagandastrategie die versucht, das Publikum mit einer Lawine von konkurrierenden, unsinnigen, hetzerischen, absurden, faktenverdrehenden, aber für Uninformierte irgendwie glaubwürdig erscheinenden Geschichten zu verwirren. Sie erzeugt gleichsam einen Nebel aus Desinformation, der gerade so viel Misstrauen schafft, dass die Menschen sich nicht mehr auf ein kohärentes Bild einigen können. Am Ende weiss das Publikum nicht mehr was die Fakten sind, oder glaubt, dass es prinzipiell keine gesicherten Fakten, oder so etwas wie Wahrheit gibt.

  27. Gaslighting - Methoden um die Wahrnehmung der Realität zu manipulieren.

  28. VerschwörungsMythen, VerschwörungsTheorien.

  29. Falsche Ausgewogenheit - (wikipediaexternal link )

  30. Framing - Komplexe Informationen - durch Aneignung, Umdeutung, und überproportionale Verwendungshäufigkeit - selektiert und strukturiert aufbereiten, um eine bestimmte Problemdefinition, Ursachenzuschreibung, oder moralische Bewertung im Sinne des Framing-Erstellers zu erreichen….

  31. Freiheitexternal link

    • Die Willensfreiheit: Die Freiheit von äußeren und inneren Zwängen. Das eigene Wollen steht im Vordergrund: “Egal wie und warum, ich will…”. Das kann schon mal egoistisch rüber kommen, und zum Schaden für sich selbst, Einzelner oder der Allgemeinheit ausgelebt werden.

      • Die Willensfreiheit hat ihre Grenzen zum Beispiel, dort wo die Natur uns Grenzen aufzeigt: Sei es durch die individuelle Krankheit eines einzelnen, oder eine Viruspandemie die unser Gesundheitssystem zu überlasten droht, den Klimawandel mit seinen drastischen Auswirkungen auf den Einzelnen und die weltweiten Gesellschaften, you name it…
    • Die Handlungsfreiheit: Die Freiheit gesellschaftlich und individuell positiv zu handeln, in Kenntnis der eigenen Möglichkeiten und Optionen, aber auch in der Kenntnis der tatsächlichen Grenzen. Sie ermöglicht uns im richtigen Moment das richtige zu tun. Bei der Entscheidungsfindung hilft die Wissenschaft…

      • Wir dürfen uns die Freiheit nehmen, so zu handeln, dass unsere Kinder über die Art ihres Lebens frei entscheiden können.
    • Traditionelle Positionen:

Kritisches Denken

Eine ziemlich wichtige Fähigkeit um in der gigantischen Menge an Informationen, die relevanten Fakten zu erkennen und heraus zu filtern, um so Wissen und Erkenntnisse zu erlangen. Kritisches Denken hilft - basierend auf Fakten - die richtigen Schlüsse zu ziehen, und daraus eine Meinung, Entscheidung oder Handlung abzuleiten.

Ausgangspunkt für eine persönliche Veränderung ist zu wissen wo ich stehe.

Es gibt Menschen die sind echte Naturtalente auf dem Gebiet, andere weniger, aber man kann diese Fähigkeit - wie so vieles - lernen. Der Lernprozess fängt - wenn alles gut läuft - in der Kindheit an, setzt sich bis ins Erwachsenenleben fort, und durchläuft dabei die folgenden Phasen:

  1. Phase: Fremdbestimmtes Denken

    • Ich glaube das, was andere mir sagen.

    • Die eigene Wahrnehmung und die Auffassung von Informationen ist sehr stark vom Umfeld beeinflusst. Dazu gehören die Menschen die mich umgeben, die Gesellschaft und die Medien.

    • Wie komme ich da raus? Selbstvertrauen hilft mir, mich von den Meinungen anderer los zu sagen, mir eine eigenes Bild zu machen, und meine eigenen Schlüsse zu ziehen. Das ist der erste Schritt.

    • Hilfreich ist dabei, aus der eigenen Echokammer/Filterblaseexternal link heraus zu kommen, mich aus vielen Quellen zu informieren, und mich auch über die Quellen selbst zu informieren. Ja, es gibt heute unglaublich und überfordernd viele Informationen und Wissen, und viele Themen sind komplex, aber ich muss mir nicht alles merken. Wissen bedeutet auch “wissen, wo es geschrieben steht”. Das Werkzeug der Wahl ist die Recherche: Entweder die wissenschaftliche Rechercheexternal link oder journalistische Rechercheexternal link . Ich darf lernen Informationen zu sammeln, zu filtern, strukturieren und zu bewerten - Ein Stichwort wäre hier: Medienkompetenzexternal link erlangen. Das ist ein langer ein Weg, aber es lohnt sich ihn zugehen…

  2. Phase: Kontrast Denken

    • Ich sortiere fast alles in zwei Kategorien: richtig oder falsch, gut oder böse, ja oder nein,… 

    • Das ist in der Praxis allerdings kaum möglich und sinnvoll.

    • Ich mache Denkfehler, passe Informationen an mein eigenes Weltbild an.

    • Widersprüchliche Informationen blende ich aus oder erkläre sie für falsch.

    • Diese Denke verfälscht nicht selten das Gesamtbild.

    • Wie komme ich da raus? In dem ich mir offen und unvoreingenommen neuen Themen und neues Wissen erschließe. Das ist der zweite Schritt.

  3. Phase: Reflektierendes Denken

    • Ich reflektiere und hinterfrage, überprüfe den Wahrheitsgehalt, und wäge Vor- und Nachteile ab.

    • Ich stelle mein bisheriges Wissen und meine Erkenntnisse auf den Prüfstand, und ändere auch mal meine Meinung, ohne das als Drama zu empfinden. Ich gestehe das auch anderen Menschen zu!

    • Ich kann eine andere Perspektive einnehmen, mich in eine andere Person hinein versetzen um deren Standpunkte / Argumente nachvollziehen zu können.

    • In dieser Phase bin ich schon recht gut unterwegs. Mit zunehmender Übung und Erfahrung erreiche ich den letzten Schritt:

  4. Phase: Analytisch-kritisches Denken

    • Ich analysiere Informationen, denke logisch, und hinterfrage kritisch.

    • Ich bin selbstkritisch, und hinterfrage meine eigenen Standpunkte.

    • Ich arbeite lösungsorientiert, und erkenne bei Problemen recht zielsicher welche Punkte besonders relevant sind.

    • Ich kann aufgrund meiner Erfahrung und meines Wissens intuitiv aus dem Bauch heraus die richtige Entscheidung fällen.

Die wissenschaftliche Methode

Wikipedia sagt: Methodikexternal link  ist in der Wissenschaftstheorieexternal link  die Gesamtheit aller systematischenexternal link  Vorgehensweisenexternal link  bei der Gewinnung von Erkenntnissenexternal link  im Rahmen eines vorgegebenen Zielsexternal link .

Der Kreislauf von Empirie, Induktion, Teorie, Deduktion, Empirie, ...
  • Theorieexternal link - Eine unbewiesene These, eine zu beweisende Behauptungexternal link . Eine durch Denkenexternal link  gewonnene Erkenntnisexternal link . Der Gegensatz ist durch Erfahrungexternal link  gewonnenes Wissenexternal link .

  • Empirie - methodisch-systematische Sammlung von Datenexternal link . Auch die Erkenntnisse aus empirischen Daten werden manchmal kurz Empirie genannt. In der Wissenschaftsphilosophieexternal link  wird der Empirie als Erfahrungexternal link , die zu einer Hypotheseexternal link  führt (oder diese auch widerlegt), die Evidenzexternal link  gegenübergestellt, also die unmittelbare Einsichtigkeit einer wissenschaftlichen Behauptung.

  • Argumentation: Induktiv oder Deduktiv (siehe )

  • Evidenz - Ist der der empirischeexternal link  Nachweis für einen Sachverhalt oder eine Behauptung.

  • Wissenschaftliche Methodik

    • Beschäftigt sich mit der Verfahrensweise der Wissenschaft.

    • Untersucht wissenschaftliches methodisches Vorgehen.

    • Damit wird beschrieben, wie man eine Forschung anhand einer konkreten Methode durchführt.

  • Pädagogische Methodik

    • Bezeichnet die Wissenschaft verschiedener Lehr- und Unterrichtsmethoden.

    • Didaktik beantwortet die Frage “Was wird vermittelt?”.

    • Methodik beschäftigt sich damit, wie etwas vermittelt wird.

  • Methoden

    • Umfrage
    • Experteninterview
    • Beobachtung
    • Literaturarbeit
    • Inhaltsanalyse (qualitativ oder quantitativ)
    • Gruppendiskussion
    • Experiment
    • Fallstudie
    • Diskursanalyse
  • Vorgehen****qualitativ / quantitativ

  • Argumentation****Induktiv / deduktiv

    • Forschungsansätze für wissenschaftliche Arbeiten.
    • Verbindung der Forschung mit einer Theorie.
    • Beide Methoden lassen sich in einer wissenschaftlichen Arbeit kombinieren.
    • Induktion (wikipediaexternal link )
      • Bedeutet Herbeiführen oder Veranlassen.
      • Verallgemeinerndes Denken.
      • Vom Speziellen auf das Allgemeine Schlussfolgern.
      • Ableitung einer allgemeinen Regel, durch eine oder mehrere Bedingungen.
      • Da aus Einzelfällen abgeleitet wird, ist die Schlussfolgerung möglicherweise nicht wahr.
      • Wenn ich induktiv argumentiere, führe ich eine eigene Forschung durch, und leite daraus eine Theorie ab.
      • Ich kann neue Erkenntnisse gewinnen.
    • Deduktion (wikipediaexternal link )
      • Bedeutet Ableitung oder Herleitung.
      • Logisches Schlußfolgern.
      • Vom Allgemeinen auf das Spezielle schließen.
      • Durch das Erkennen einer logischen Regel und einer gegebenen Bedingung, kann eine Schlussfolgerung auf die logische Konsequenz (Wirkung) stattfinden.
      • Aus mindestens 2 Aussagen, kann eine neue Aussage abgeleitet werden.
      • Mit zwei korrekten Prämissen, können wahre oder zwingende Schlüsse gezogen werden.
      • Wenn ich deduktiv vorgehe, teste ich eine bereits vorhandene Theorie. 
      • Ich werde keine neuen Erkenntnisse gewinnen.
  • Gütekriterien

    • Quantitative Gütekriterien
      • Validität - Die Eignung einer Messung bezogen auf ihre konkrete Zielsetzung.
        • interne Validität
          • Inhaltsvalidität
        • externe Validität
          • Konstruktvalidität
          • Kriteriumsvalidität
      • Reliabilität - Lässt sich meine Forschung reproduzieren?
      • Objektivität - stellt sicher, dass es keine subjektiven Einflüsse auf die Forschung gibt.
    • Qualitative Gütekriterien
      • Transparenz - Alle wichtigen Arbeitsschritte sind ausführlich dokumentiert und somit auch für Außenstehende nachvollziehbar.
      • Intersubjektivität - Deine subjektiv gewonnenen Daten werden angemessen diskutiert und reflektiert. Kritische Fragen in Bezug auf die Forschungsaufgabe stellst du zur Diskussion, um Subjektivität zu minimieren.
      • Reichweite -  Wenn bei Wiederholung eines ähnlichen Verfahrens ähnliche Ergebnisse erzielt werden.

Wie erkenne ich schlechte Wissenschaft?

Einige Anzeichen dafür, das ich auf dem Holzweg sein könnte:

  1. Ich ignoriere einen großen Teil der wissenschaftlichen Beweislage.
  2. Ich zitiere aus kleinen, qualitativ schlechten, herausgepickten Studien.
  3. Ich berufe mich auf “Experten”, die nicht wirklich Experten auf dem Gebiet sind.
  4. Ich berufe mich auf Anekdoten und persönliche Sichtweisen.
  5. Ich zitiere Blogs und Videos als Beweismittel.
  6. Ich argumentiere dass Wissenschaft schon einmal falsch lag.
  7. Ich behaupte, nur Fragen zu stellen.
  8. Ich folge oder erfinde Verschwörungstheorienexternal link .

Trifft einer oder mehrere der Punkte auf mich zu, sollte ich hellhörig werden, die Informationen und mich selber hinterfragen, und meinen Weg nochmal checken.

Der folgende Text ist eine freie Übersetzung der Sammlung von Brunning, Andy. “A Rough Guide to Spotting Bad Science.”external link Ci: Compound Interest, Andy Brunning/Compound Interest, 2017, www.compoundchem.com/2014/04/02/a-rough-guide-to-spotting-bad-science/. Accessed 7 Dec. 2017.

Die Fähigkeit, Beweise hinter einer wissenschaftlichen Behauptung zu bewerten, ist wichtig. Ebenso wichtig ist die Fähigkeit, schlechte wissenschaftliche Berichterstattung oder Fehler in wissenschaftlichen Studien zu erkennen. Diese 12 Punkte helfen, Wissenschaft von Pseudowissenschaft zu unterscheiden. Es ist allerdings nur ein grober Leitfaden:

  1. Reißerische Schlagzeilen Artikelüberschriften sind in der Regel so gestaltet, dass sie den Betrachter dazu verleiten, auf den Artikel zu klicken und ihn zu lesen. Manchmal können sie die Ergebnisse wissenschaftlicher Forschung übermäßig vereinfachen. Im schlimmsten Fall übertreiben sie der Sensation wegen, und stellen sie verkürzt oder falsch dar.

  2. Fehlinterpretierte Ergebnisse Nachrichtenartikel können die Forschungsergebnisse um einer guten Story willen verzerren oder falsch interpretieren, sei es absichtlich oder aus anderen Gründen. Versuche, wenn möglich, die ursprüngliche Forschungsarbeit zu lesen, anstatt dich auf den darauf basierenden Artikel als Informationsquelle zu verlassen.

  3. Interessenkonflikte Viele Unternehmen beschäftigen Wissenschaftler, um Forschungen durchzuführen und zu veröffentlichen. Obwohl das die Forschung nicht unbedingt ungültig macht, sollte sie unter diesem Gesichtspunkt analysiert werden. Forschung kann auch zum persönlichen oder finanziellen Vorteil falsch dargestellt werden.

  4. Korrelation & Kausalität Sei vorsichtig bei der Verwechslung von Korrelationexternal link und Kausalitätexternal link . Eine Korrelation zwischen Variablen/Ereignissen bedeutet nicht immer, dass die eine die andere verursacht. Die globale Erwärmung hat seit den 1800er Jahren zugenommen und die Zahl der Piraten hat abgenommen, aber der Mangel an Piraten verursacht nicht die globale Erwärmung.

  5. Ungestützte Schlussfolgerungen Spekulationen können oft helfen, die Wissenschaft voranzutreiben. Studien sollten sich jedoch darüber im Klaren sein, welche Fakten sie beweisen und welche Schlussfolgerungen noch ungestützt sind. Eine Aussage, die spekulativ formuliert ist, kann weitere Beweise zur Bestätigung erfordern.

  6. Probleme mit dem Stichprobenumfang Bei Studien gilt: Je kleiner eine Stichprobe ist, desto geringer ist das Vertrauen in die Ergebnisse aus dieser Stichprobe. Die gezogenen Schlussfolgerungen können immer noch gültig sein, und in einigen Fällen sind kleine Stichproben unvermeidbar, aber größere Stichproben liefern oft repräsentativere Ergebnisse.

  7. Nicht repräsentative Stichproben verwendet In Humanstudien werden Probanden ausgewählt, die repräsentativ für eine größere Population sind. Wenn sich die Stichprobe von der Gesamtpopulation unterscheidet, können die Schlussfolgerungen aus der Studie in Richtung eines bestimmten Ergebnisses verzerrt sein.

  8. Keine Kontrollgruppe verwendet In klinischen Studien sollten die Ergebnisse von Versuchspersonen mit einer “Kontrollgruppe” verglichen werden, die die getestete Substanz nicht erhält. Die Gruppen sollten außerdem nach dem Zufallsprinzip zugeteilt werden. Bei allgemeinen Experimenten sollte ein Kontrollversuch verwendet werden, bei dem alle Variablen kontrolliert werden.

  9. Kein Blindtest gemacht Um Verzerrungen zu vermeiden, sollten die Probanden nicht wissen, ob sie in der Test- oder in der Kontrollgruppe sind. Bei “Doppelblindtests” wissen selbst die Forscher erst nach dem Test, in welcher Gruppe die Probanden sind. Beachte, dass Blindtests nicht immer durchführbar oder ethisch vertretbar sind.

  10. Selektive Verwendung von Daten Wird auch als “Rosinenpickerei” bezeichnet. Beinhaltet die Auswahl von Daten aus Ergebnissen, die die Schlussfolgerung der Forschung unterstützen, während diejenigen ignoriert werden, die dies nicht tun. Wenn eine Forschungsarbeit Schlussfolgerungen aus einer Auswahl ihrer Ergebnisse zieht, und nicht aus allen, kann sie sich dessen schuldig machen.

  11. Nicht reproduzierbare Ergebnisse Die Ergebnisse sollten durch unabhängige Forschung replizierbar sein und über eine breite Palette von Bedingungen getestet werden - wenn möglich, um sicherzustellen, dass sie konsistent sind. Außergewöhnliche Behauptungen erfordern außergewöhnliche Beweise - das heißt, viel mehr als eine unabhängige Studie!

  12. Nicht begutachtetes Material Peer Reviewexternal link ist ein wichtiger Teil des wissenschaftlichen Prozesses. Andere Wissenschaftler begutachten und kritisieren Studien, bevor sie in einer Zeitschrift veröffentlicht werden. Forschung, die diesen Prozess nicht durchlaufen hat, ist nicht so seriös und kann fehlerhaft sein.


Arten wissenschaftlicher Beweise

Der folgende Text ist eine freie Übersetzung der Sammlung von Brunning, Andy. “A Rough Guide to Types of Scientific Evidenceexternal link .” Ci: Compound Interest, Andy Brunning/Compound Interest, 2017, www.compoundchem.com/2015/04/09/scientific-evidence/. Accessed 7 Dec. 2017.

Die Fähigkeit, die Beweise hinter einer Behauptung zu bewerten, ist wichtig, aber wissenschaftliche Beweise gibt es in einer Vielzahl von Formen. Hier werden die verschiedenen Arten wissenschaftlicher Beweise geordnet und beschrieben, insbesondere diejenigen, die für gesundheitliche und medizinische Behauptungen relevant sind. (In der Reihenfolge vom niedrigsten bis zum höchsten Grad der Evidenz).

  1. Anekdotische & Expertenmeinungen (schwach) Anekdotische Beweise sind die persönlichen Erfahrungen oder Ansichten einer Person, die nicht unbedingt repräsentativ für typische Erfahrungen sind. Die Einzelmeinung eines Experten oder die in einem schriftlichen Artikel dargelegte Meinung werden beide als schwache Formen des Beweises betrachtet, wenn sie nicht durch wissenschaftliche Studien gestützt werden. 

  2. experimentelle Tier- und Zellstudien Tierversuche können nützlich sein und Effekte vorhersagen, die auch beim Menschen auftreten. Die beobachteten Wirkungen können sich jedoch auch unterscheiden, so dass nachfolgende Studien am Menschen erforderlich sind, bevor man sagen kann, dass eine bestimmte Wirkung auch beim Menschen auftritt. Auch Tests an isolierten Zellen können zu anderen Ergebnissen führen als im Körper.

  3. Fallberichte und Fallserien (Beobachtung) Ein Fallbericht ist eine schriftliche Aufzeichnung über ein bestimmtes Thema. Obwohl sie in der Hierarchie der Evidenz niedrig angesiedelt sind, können sie helfen, neue Krankheiten oder Nebenwirkungen von Behandlungen zu erkennen. Eine Fallserie ist ähnlich, verfolgt aber mehrere Probanden. Beide Arten von Studien können keine Kausalität beweisen, sondern nur eine Korrelation.

  4. Fall-Kontroll-Studien (Beobachtungsstudien) Fall-Kontroll-Studien sind retrospektiv und umfassen zwei Gruppen von Probanden, eine mit einem bestimmten Zustand oder Symptom und eine ohne. Sie gehen dann zurück, um ein Attribut oder eine Exposition zu bestimmen, die dies verursacht haben könnte. Auch diese Studien zeigen eine Korrelation, aber es ist schwer, eine Kausalität zu beweisen.

  5. Kohortenstudien (Beobachtungsstudien) Eine Kohortenstudie ist ähnlich wie eine Fall-Kontroll-Studie. Sie beinhaltet die Auswahl einer Gruppe von Personen, die ein bestimmtes Merkmal oder eine bestimmte Behandlung (z. B. Exposition gegenüber einer Chemikalie) aufweisen, und vergleicht sie im Laufe der Zeit mit einer Gruppe von Personen, die dieses Merkmal oder diese Behandlung nicht aufweisen, wobei ein Unterschied im Ergebnis festgestellt wird.

  6. Randomisierte kontrollierte Studien (experimentell) Die Probanden werden nach dem Zufallsprinzip einer Testgruppe, die die Behandlung erhält, oder einer Kontrollgruppe, die in der Regel ein Placebo erhält, zugeordnet. Bei “blinden” Studien wissen die Teilnehmer nicht, in welcher Gruppe sie sind; bei “doppelt blinden” Studien wissen es auch die Experimentatoren nicht. Die Verblindung von Studien hilft, Verzerrungen zu vermeiden.

  7. Systematische Überprüfung (stärkste Evidenz) Systematische Übersichtsarbeiten stützen sich auf mehrere randomisierte kontrollierte Studien, um ihre Schlussfolgerungen zu ziehen, und berücksichtigen auch die Qualität der eingeschlossenen Studien. Übersichtsarbeiten können dazu beitragen, Verzerrungen in einzelnen Studien abzuschwächen und uns ein vollständigeres Bild zu geben, was sie zur besten Form der Evidenz macht.

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