Über die Politik
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Vorbemerkung
Wie fasst man die Eindrücke von jahrzehntelangem Politik-Erleben in der Bundesrepublik Deutschland und darüber hinaus am besten zusammen ohne polemisch und unfair zu werden? Ich bin kein politischer Mensch, war ich nie. Politik stößt mich eher ab als das sie mich anzieht.
Politiker waren für mich in meinen ganz jungen naiven Jahren “Staatsmänner” oder Frauen oder so. Sehr besondere Menschen, denn nur denen würde man doch das Führen einer ganzen Nation anvertrauen. Da geht es um die großen Schicksalsfragen. Das müssen doch ausgewählte grandiose Persönlichkeiten sein, die sich der Schwere, Bedeutung, Verantwortung und Tragweite ihres Amtes bewusst sind, das sie voller Bescheidenheit, Demut und Würde ausfüllen. Weitsichtige Menschen welche die Gegenwart für die ganze Gesellschaft gestalten, und dabei die Zukunft immer im Blick haben. Nun ja. Vermutlich hat es diesen Typus nie gegeben. Das ist ein verklärter Mythos aus den Geschichtsbüchern. Leider.
Ich erwarte von Politikern trotzdem sowas wie Ehrlichkeit, Moral, Wissen, Gewissen, Vernunft, Rationalität, eine gewisse Abgeklärtheit, Weisheit / Lebensweisheit, Social Skills, Empathie – das sie sich als “Diener des Volkes” verstehen, und man das an ihren Taten auch messen kann. In öffentlichen Ämtern (Beachte besonders den Begriff: öffentlich) erwarte ich integre Menschen, die sich erklären können, so das ihr Handeln “im Namen des Volkes” transparent und nachvollziehbar ist – öffentlich halt.
Und noch was: Ich interessiere mich nicht dafür, in welcher Parteischublade jemand steckt – das ist für die erste Betrachtung nicht relevant. Wichtig ist mir: Was sagt die Person, und noch wichtiger: Wie handelt sie. Natürlich kommt man dann meist schnell zu dem Schluss das die Partei, in der sie ist, schon ganz gut zu der Person passt.
Dass wir uns nicht falsch verstehen, bei aller Kritik: Ich liebe die Demokratie, ich finde das Konzept Europa geil – ich hatte das Glück hier aufzuwachsen. Ich habe als Kind an der Grenze zwischen BRD und DDR die Angst erleben dürfen, wenn wir rübergefahren sind, um die Freunde meiner Eltern zu besuchen. Ich bekam den Unterschied zwischen Demokratie und Diktatur ganz deutlich zu spüren – natürlich ohne wirklich zu verstehen, was da abging. Ich kenne aber mittlerweile die Geschichte, ich würde niemals in einer Diktatur leben wollen – und NEIN weder Deutschland noch Europa sind aktuell eine Diktatur. Wer das behauptet sollte mal seinen Kompass checken. Aber – ich sehe natürlich auch die Schwächen, und das einiges schiefläuft und reformiert gehört.
Eine Gesellschaft, die es nicht schafft, sich von Zeit zu Zeit in den Teilen zu reformieren, wo es nötig ist, bekommt irgendwann massive Probleme – und an so einem Punkt sind wir jetzt.
Die Realität
Die Realität folgt auf dem Fuße…
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