Special - Anatomie

Zuletzt aktualisiert am 7. Februar 2024 25 Minuten

Das Skelett

Grundaufbau

Die Hälfte aller Knochen befindet sich in den Händen und Füßen. Alle Knochen sind durch Gelenke oder Fugen miteinander verbunden. Sie verleihen dem Körper Stabilität und machen Ihn dennoch beweglich. Sie bilden außerdem einen Schutz und ein Gerüst für unsere Organe. Während Schädel und Brustkorb die Aufgabe haben empfindliche Organe - Gehirn und Herz - zu schützen, dienen andere Knochen wie die Wirbelsäule und die Röhrenknochen der Arme und Beine den Körper zu stützen. Das Becken schließt den Bauchraum nach unten ab.  Ein Skelett besteht aus dem Schädel, der Wirbelsäule, dem Brustkorb, den oberen und unteren Gliedmaßen.

Die oberen Gliedmaßen bestehen aus Schulter, Oberarm und Unterarm, Ellenbogen und der Hand, die unteren Gliedmaßen bestehen aus Becken, Oberschenkel, Knie, Unterschenkel und Fuß.

Der Schädel

(Siehe nächste Auflage)

Der Unterkiefer

Der Unterkiefer ist von unten gesehen ähnlich einem Hufeisen geformt. Er besteht aus dem Köpfchen (A, Kapitulum), dem Hals (B, Collum), dem aufsteigenden Ast (C, Ramus), dem Winkel  (D, Angulus), dem  Horizontalast (E, Korpus), dem Kinn (F, Mentum) und letztlich dem Muskelfortsatz (G, Processus coronoideus).

Die Wirbelsäule

Unseren aufrechten Gang verdanken wir der Wirbelsäule. Die geschwungene Form verleiht unserem Körper die nötige Stützkraft, und ein hohes Maß an Elastizität. Sie trägt den Kopf, die Rippen und die oberen Gliedmaßen. Grob unterscheidet man bei der Wirbelsäule einen beweglichen oberen Teil - Hals-, Brust- , Lendenwirbelsäule - und einen unbeweglichen Teil - Kreuzbein, Steißbein - der in seiner Position starr bleibt. Die Wirbelsäule bildet den Kanal für das empfindliche Rückenmark, welches das Gehirn mit dem peripheren Nervensystem verbindet. Die Bandscheiben dienen als eine Art elastischen Stoßdämpfer zwischen den Wirbelknochen - auch Vertebra genannt - und verbinden sie miteinander. Das ganze zusammen ergibt eine biegsame Säule, die vom Hals bis zum unteren Ende des Rückens reicht. Zusätzlich sind die Wirbel mit Muskeln und Bänder verbunden, was zusätzlich Stabilität und Beweglichkeit bringt. Die gesamte Wirbelsäule besteht aus insgesamt sieben Halswirbeln, zwölf Brustwirbeln, fünf Lendenwirbeln, fünf Kreuzbeinwirbeln und dem Steißbein aus drei bis vier Steißwirbeln.

Brustkorb

Der Brustkorb erfüllt zwei Funktionen. Er bildet einen stabilen Schutz für die lebenswichtigen Organe (Eingeweide,Herz, Lunge) die er umhüllt. Außerdem ist er dank seiner beweglichen Rippen sehr elastisch und ermöglicht uns damit die Atmung (Dabei bewegen sich die Rippen auf und ab, so dass sich die Lunge ausdehnen und wieder zusammenziehen kann). Der Brustkorb hat die Form eines Kegels und besteht aus siebzig Einzelteilen: Der Brustwirbelsäule, insgesamt zwölf Rippen paaren und dem Brustbein. Jede einzelne Rippe ist durch einen Kopf und einen kleinen Höcker gelenkig an die Wirbelsäule gekoppelt. Die ersten sieben Rippen paare, die so genannten echten Rippen paare sind über knorpeliges Gewebe mit dem Brustbein verbunden. Die nächsten drei Paare - die längsten Rippen - sind nur über den knorpeligen Rippenbogen mit dem Brustbein verbunden, die beiden letzten kurzen Rippen paare haben keine Verbindung zum Brustbein. Viele Muskeln und Bänder, die an den Rippen ansetzen, sorgen für Elastizität und Stabilität des Brustkorbs.

Gelenkarten

Ein Gelenk ist eine Verbindung zwischen zwei Knochen, die Dir überhaupt erst eine Bewegung der Knochen ermöglicht. Die Knochen sind über Sehnen mit den Muskeln verbunden. Bänder geben den Gelenken Stabilität. Anatomen unterscheiden folgende Gelenk arten:

Das Kugelgelenk (Hüftgelenk, Schultergelenk) ermöglicht uns Bewegungen in sechs Richtungen,  das Eigelenk  (an der Handwurzel) und das Sattelgelenk (Daumengelenk) in vier, und das Scharniergelenk (Kniegelenk, Ellenbogengelenk, oberes Sprunggelenk) lediglich in zwei Richtungen. Das  Drehgelenk (Elle oder Speiche) dreht sich hingegen um die eigene Achse.

Nerven

  • TODO Nerven

Muskeln und Bänder 

Jede Bewegungen erfordert die Betätigung von Muskeln. Immer sind unsere Sinnesorgane, die Nerven und das Gehirn daran beteiligt. Das Gehirn reagiert auf Sinneseindrücke und gibt entsprechend Anweisungen, wie wir unsere Muskeln einsetzen müssen. Ermöglicht wird dieses Zusammenspiel durch ein Nerven- Netzwerk, das vom Gehirn aus über das Rückenmark zu den Muskeln führt. Manche dieser Faserbündel arbeiten aber auch unwillkürlich: Die Organmuskulatur ist ununterbrochen in Aktion, ohne dass wir sie bewusst steuern können.

Man unterscheidet drei Arten von Muskeln:

  1. Die willkürliche, quer gestreifte Muskulatur (Skelettmuskulatur).
  2. Die unwillkürliche, glatte Muskulatur.
  3. Der Herzmuskel ist eine Mischform zwischen diesen beiden Arten.

Skelettmuskeln

Die meisten Muskeln sind durch Sehnen mit Knochen verbunden und ermöglichen deren Bewegung. Sie heißen Skelettmuskeln oder quer gestreifte Muskeln. Diese Muskeln machen beim Mann etwa 40 Prozent und bei einer Frau ungefähr 23 Prozent des Körpergewichts aus. Die Skelettmuskulatur mit ihren insgesamt über 600 Muskeln wird als willkürlich bezeichnet, weil sie von uns bewußt gesteuert werden kann. Sie setzen direkt oder indirekt am Knochen an. Als entgegengesetzte Paare ermöglichen sie sämtliche Bewegungen, die wir in der Lage sind auszuführen. Ein Muskel besteht aus unzähligen Muskelfasern,die in ein schlauchförmiges Bindegewebe eingekleidet sind. Eine Muskelfaser wiederum besteht aus Faserbündeln, die aus einander überlappenden Proteinfäden bestehen. Zwischen diesen Bündeln aus so genannten Filamenten, liegen Speicher, in denen Zucker und Sauerstoff in Energie umgewandelt wird. Ein großer Muskel besteht aus hundertern solcher Fasern, ein kleinerer ist aus entsprechend weniger Fasern gebildet. Die Muskelfasern reagieren auf Signale, die sie über die Nerven vom Gehirn zugesandt bekommen. Sie ziehen sich zusammen und erzeugen dadurch Bewegung.

Bauchmuskulatur

Die Bauchmuskulatur stabilisiert die Wirbelsäule, und den gesamten Haltungs- und Bewegungsapparat.  Sie besteht aus dem geraden Bauchmuskel in der Mitte, einem paar äußeren schrägen Bauchmuskeln, und einem paar inneren schrägen Bauchmuskeln jeweils rechts und links vom geraden, und unterhalb der äußeren schrägen Bauchmuskeln.

Der gerade Bauchmuskel ist der lange schlanke Muskel, der senkrecht über deiner Bauchdecke verläuft. Oben ist er an den Knorpeln der fünften, sechsten und siebenten Rippe, und unten am Grat des Schambeins verankert. Er ist in eine linke und recht  Hälfte geteilt, die durch einen cirka einen Zentimeter breiten sehnigen Streifen miteinander verbunden sind (Stichwort Sixpack).  

Die äußere schräge Bauchmuskel bedeckt den vorderen und seitlichen Bereich der Bauchgegend vom geraden Bauchmuskel bis zum  Latissimus.  Er setzt abwechselnd mit anderen Muskeln an den untern acht Rippen an.  Die Ansätze des unteren Teils befinden sich an  der vorderen Hälfte  der Oberkante des Beckenknochens, am Grat des Schambeins, und an der Linea Alba1.  Seine Fasern verlaufen  vom unteren Ansatz  seitlich am Körper  diagonal nach oben, so das die Fasern der beiden schrägen Bauchmuskeln ein V bilden.

Der innere schräge Bauchmuskel befindet sich unterhalb des äußeren schrägen Bauchmuskels. Seine Fasern verlaufen fast rechtwinklig zu denen des äußeren schrägen Bauchmuskel, sodaß die Fasern der beiden Muskelstränge ein umgekehrtes V bilden. Er verläuft von der Oberkante des Beckenknochens (vordere 2/3)  und der äußeren hälfte der Leiste zu den Knorpeln der achten, neunten und zehnten Rippe, und zur Linea Alba.

Energiegewinnung / Stoffwechsel

Die den Zellen zugeführten Nährstoffe müssen verbrannt werden um deren lebensnotwendige Energie für den Organismus nutzbar zu machen. Diese Verbrennung kann man nur bedingt mit einer herkömmlichen Verbrennung z.B. im Hochofen vergleichen. Die Temperaturen müssen sehr niedrig sein, um die Zellen nicht zu schädigen. Der Prozess läuft sehr langsam, und mit mit Hilfe von Atmungfermenten ab. Diese Form der Verbrennungen nennt man auch Oxydation.

Blutkreislauf

Über den Blutkreislauf werden alle unsere Organe mit Sauerstoff versorgt und das Abfallprodukt Kohlendioxid abtransportiert. Das funktioniert grob folgendermaßen.

Über die Lungenvenen fließt sauerstoffreiches Blut (rot) zum linken Vorhof des Herzens und in die linke Herzkammer. Von dort aus wird es durch Kontraktionen in die Hauptschlagader (Aorta) gepumpt, verteilt sich darüber im Körper und versorgt so die Zellen mit Sauerstoff.

Umgekehrt geben die Zellen das bei der Nährstoffverbrennung entstehende Stoffwechsel-Abfallprodukt Kohlendioxid (blau) an das Blut ab. Das so angereicherte Blut gelangt über das venöse System zum rechten Vorhof und in die rechte Herzkammer. Von dort aus wird es durch Kontraktionen in die Lungenschlagader und zurück in die Lungenarterien gepumpt. Der Kreislauf ist geschlossen.

Lunge

Der Austausch geschieht über die Lunge.

Das weitverzweigte Röhrennetzwerk der beiden Lungen nimmt den größten Teil des Brustraumes ein. Der linke, kleinere Lungenflügel, besteht aus zwei Lungenlappen dem Ober- und dem Unterlappen besteht. Der rechte größere Lungenflügel hat drei Lungenlappen.

Die Oberfläche der Lunge ist vom Lungenfell bedeckt, die Brustwand vom Rippenfell. Beide Membranen bilden zusammen das Brustfell. Sie liegen flach aufeinander und gehen an der Lungenbasis ineinander über. Zwischen den beiden Membranen ist Flüssigkeit eingelagert, damit sie ohne Reibung gegeneinander gleiten können.

Die Lunge besteht aus unzähligen Lungenbläschen, die sich um die Bronchiolen herum gruppieren und die von Kapillaren versorgt werden.

Atmung

Ohne Sauerstoff kann der menschliche Organismus nicht überleben. Er wird aus der atmosphärischen Luft entnommen und durch Atmung dem Körper zugeführt. Eine weitere Aufgabe ist die Abgabe von Kohlendioxid. Würde das bei der Verbrennung entstehende Kohlendioxid nicht ausgeschieden, würde es den Organismus vergiften, sodass der Mensch zwangsläufig erstickt (Asphyxie).

Daneben hat die Atmung aber noch andere Auswirkungen auf den Organismus. Sie massiert die inneren Organe, unterstützt die Verdauung, und entlastet durch das entstehende Druckgefälle beim Ein- und Ausatmen das Herz, indem es das Pumpen des Blutes nach oben unterstützt.

Eine typische Zivilisationskrankeit ist das zu flache Atmen. Dadurch wird nur ein geringer Teil der Lungenkapazität genutzt. Es wird nicht genügend Sauerstoff eingeatmet und Kohlendioxyd nur unzulänglich ausgeatmet. Die Folge ist, daß das Blut verunreinigt, und so Muskeln und Organe schlechter mit Nährstoffen versorgt werden. Ein Ergebnis sind zB. Kopfschmerzen und Müdigkeit. Außerdem wird die Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten herabgesetzt.

Wir unterscheiden zwei Formen der Atmung, Die Bauchatmung erfolgt durch das Zwerchfell, und füllt den unteren Bereich der Lunge. Die Brustatmung erfolgt über die Zwischenrippenmuskulatur, und füllt den oberen Teil der Lunge. Beide Formen der Atmung zusammen ergeben eine optimale Befüllung der Lungen.

Wenn sich das Zwerchfell zusammen zieht, wird Luft in die Lungen gesogen. Indem sich die Zwischenrippenmuskeln zusammen-, und so die Rippen nach oben ziehen, vergrößert sich die Brusthöhle zusätzlich. Beim Ausatmen entspannen sich Zwerchfell und Zwischenrippenmuskeln, und die Luft wird aus der Lunge gedrückt.

Der Atemvorgang ist automatisiert, und wird vom Atemzentrum im Hirnstamm gesteuert. Dein Körper zwingt dich förmlich dazu zu Atmen. Du kannst versuchen noch so lange die Luft anzuhalten, irgendwann mußt Du wieder atmen. Diesen Vorgang kannst Du nur bedingt willkürlich steuern, z.B. die Atemgeschwindigkeit. Siehe auch ▷ „“  auf Seite .

Aaerob & anaerob

Ein Muskel benötigt zum verrichten von Arbeit Energie. Die wird aber nicht unmittelbar aus der Nahrung (Kohlenhydrate, Fette, Eiweiße) gewonnen, sondern über das in allen Körperzellen gespeicherte Adenonsontriphosphat (ATP). Bekommt der Muskel (die Muskelzelle) über die  Lunge /Blut genug Sauerstoff zugeführt, wird über eine komplexe biochemische Reaktion  Kohlenhydrate und Fettsäuren umgewandelt, und die gewonnene Energie als ATP  gespeichert. Diesen Vorgang bezeichnet man als aerobe, also mit Sauerstoff ablaufende Energiebereitstellung.

Verbraucht die Muskelzelle mehr ATP als angeliefert werden kann, wandelt sie zunächst Glukose in ATP um (Glykolyse). Dabei fällt das Abfallprodukt  Laktat (Milchäure) an, das sich in den Muskelfasern und im Blut anreichert. Dir werden Arme und Beine schwer, weil dein Körper „sauer“ wird. Diesen Vorgang nennt man anaerobe, ohne Sauerstoff ablaufende Energiebereitstellung. Das Laktat kann vom Sportarzt im Blut nachgewiesen werden.

Die in den Muskelzellen gelagerte Menge an ATP reicht bei starker Belastung nur für einige wenige Kontraktionen. Durch Ausdauertraining kann der Vorrat gegenüber einem Untrainierten lediglich bis zu 20% erhöht werden. So wird der Übergang von der aeroben zur anaeroben Energiegewinnung möglichst lang hinausgezögert.

(Siehe nächste Auflage…)

Die Sinne – sehen, hören, fühlen, riechen, schmecken

Mit deinen Sinnen nimmst Du deine Umwelt war. Erst dadurch kannst du sinnvoll mit Ihr Interagieren. Die Sinne des Menschen sind, gegenüber denen bestimmter Tiere weniger spezialisiert, sondern eher breit angelegt. So kann ein Hund besser Riechen, ein Raubvogel besser sehen, eine Eule besser hören eine Spinne besser fühlen. Andere Tiere haben Sensoren über die  Du als Mensch überhaupt nicht verfügst. Du als Mensch und „Alleskönner“ kannst das alles nicht so gut, aber die Summe deiner unterschiedlichen Wahrnehmungen liefert dir ein ausreichend gutes Bild deiner Umgebung.

Augen und Ohren sind wichtige Instrumente für Deine Wahrnehmung, über die Du Informationen über deinen Gegner erhälst. Für den Kampf solltest Du folgendes im Hinterkopf behalten: Der durch das Auge vermittelte optische Reiz ist einer der langsamsten, der durch das Gehör übermittelte akustische Reiz ist  schneller. Der am schnellsten übermittelte/verarbeitete Reiz entsteht durch Körperkontakt (Taktil, Druck und Zug).

Sehen

Du siehst mit den Augen. Grundsätzlicher Aufbau. Besonderheiten: Kleiner scharfer Bereich. Unbewusstes Abtasten des Sichtfeldes zur Informationssammlung. Experiment mit Entfernen von Informationen aus dem Sichtfeld während die Versuchsperson ein Bild anschaut  (Veränderung wird nicht registriert).

Das Auge verfügt über einige Schutzmechanismen.

Zum einen gibt es eine Lichtschutzsperre. Damit ist es dir möglich die in das Auge einfallende Lichtmenge genau zu dosieren, und somit die empfindliche Netzhaut optimal zu schützen. Die Sperre besteht aus einem beweglichen Gewebering um das Auge mit der Augenbraue. Die zweite Sperre ist der innere Blendenapparat der Iris. Der Liedschluss ist ein nicht steuerbarer Reflex. Dein Auge schließt sich, wenn da etwas angeflogen kommt.

(Siehe nächste Auflage)

Sehtechniken

Dein Sehfeld vergrößert sich mit zunehmender Entfernung, und verkleinert sich im Nahbereich. Wenn jemand in Nahdistanz vor dir steht entstehen am Rand des Sehfeldes Bereiche die Du mit den Augen nicht mehr kontrollieren kannst. Das ist besonders beim Kampf gegen mehrere Angreifer ein Nachteil.

Beim Mittelpunktsehen ist deine Aufmerksamkeit auf einen Punkt konzentriert. Du siehst klar und scharf. Beim peripheren Sehen schaust Du auch nur auf einen Punkt, dehnst die Aufmerksamkeit aber auf einen größeren Bereich aus. Dadurch siehst Du nur unscharf, hast aber mehr Kontrolle über   die „Randbereiche“.

Sehen im Kampf

Während des Vorkampfes, und im Kampf verfolgst Du  mit deinem Blick drei wichtige Ziele:

  1. Du kontrolliert den Angreifer unmittelbar visuell
  2. Du kontrollierst optimal dein Umfeld (auch Gehör!)
  3. Du vermeidest die direkte Fixierung von potentiellen Angriffszielen, um dem Gegner keinen Hinweis auf mögliche Aktionen zu geben.

Fixiere deinen Blick entweder auf die Hände und Finger, die Augen, die Schultern, oder  die Brustmitte -  welche einen besonders guten Gesamtüberblick bietet.

Ich benutze die Technik des pheripheren Sehens, und schaue gerne auf die Nasenspitze. Eine andere Möglichkeit ist es leicht neben den Gegner zu blicken, oder mit dem Blick ständig über den ganzen Körper zu wandern, ohne eine bestimmte Stelle zu fixieren.

Hören

Du hörst mit deine Ohren (siehe nächste Auflage).

Riechen

Zum riechen benutzt Du deine Nase (siehe nächste Auflage).

Fühlen

Biomechanik

Schwerpunkt und Gleichgewicht

Der Schwerpunkt bei einem aufrecht stehenden bzw. waagerecht liegenden Menschen liegt inmitten des Bauchbereichs. Findest Du zum Beispiel den Schwerpunkt eines Tennisschlägers, kannst Du Ihn waagerecht, oder senkrecht auf der Fingerspitze balancieren. Der Schwerpunkt des Tennisschlägers befindet sich, immer an der selben Stelle, da es ein starrer Gegenstand ist. Der Mensch ist kein starrer Gegenstand, deshalb verändert sich die Lage des Schwerpunktes, wenn Du dich zum Beispiel nach vorne beugst. Er kann dann sogar außerhalb des Körpers liegen. Wissenschaftler stellen sich die Masse eines komplexen Körpers in einem Punkt, nämlich dem Schwerpunkt konzentriert vor, und können so auf einfache Weise vielfältige physikalische Probleme berechnen.

Wenn ein Judoka einen Wurf erfolgreich anbringen will, dann muss er Ihn unterhalb des gegnerischen Schwerpunktes ansetzen.

Körpergewicht und Masseverteilung

Die Gesamtmasse des menschlichen Körpers ermittelt sich aus der Summe der Massen der einzelnen „Bausteine“. Ein Großteil des Körpergewichtes, nämlich ca. 40 Prozent bei Männern, wird durch die Muskelmasse gebildet…

In der Literatur finden sich die unterschiedlichsten Angaben zur Massenverteilung des menschlichen Körpers. Die Gesamtmasse verteilt sich ungefähr wie folgt auf die einzelnen Körperbereiche (die Werte sind gerundete Mittelwerte): Kopf 7%, Rumpf: 43%, Arm: 6%,  Bein 19%, wobei ein  Oberarm 3%, ein Unterarm 2% , und eine Hand 1% der Körpermasse ausmachen. Oberschenkel, Unterschenkel und Fuß tragen je 12%, 5% und 2 % zur Gesamtkörpermasse bei.

Der größte Teil der Masse (81%) konzentriert sich demnach im Rumpf, und in den Beinen. Der Rumpf, und Kopf zusammengenommen  machen ungefähr die Hälfte der Körpermasse aus.

Wie entsteht Bewegung?

Verkürzt ausgedrückt: Bewegung entsteht indem sich Muskeln zusammenziehen, und so die damit verbundenen Knochen in Bewegung setzen.

Wie wird mein Fauststoß schnell und dynamisch?

Zuerst schauen wir uns an welche Knochen am Fauststoß beteiligt sind. Danach werfen wir einen Blick auf die Muskulatur, die nötig ist die Knochen entsprechend unseren Wünschen in Bewegung zu versetzten.

Mechanische Betrachtung

Unser Arm, mit dem der Schlag ausgeführt wird, besteht aus dem Oberarmknochen, dem Unterarmknochen, und der Hand. Der Oberarmknochen ist an der Schulter fixiert, und kann theoretisch einen kreisförmigen Radius um den Aufhängepunkt an der Schulter beschreiben (Abbildung 8A: Mechanik des Fauststoßes). Der Unterarmknochen ist über ein Scharniergelenk mit dem Oberarmknochen verbunden (Abbildung 8 B), und ist entweder angewinkelt, oder  bildet bei maximaler Streckung eine Linie mit dem Oberarmknochen. Die Hand (Faust) bildet das Ende des Armes und ist über das Handgelenk mit dem Unterarm verbunden.

Im weiteren Verlauf steht ein  waagerecht zum Boden verlaufender Schlag im Zentrum unserer weiteren Betrachtung. Um einen Schlag ausführen zu können muss der Oberarm bis zu seiner maximalen Reichweite „ausgestreckt“ werden. Da er an der Schulter fixiert ist, und lediglich einen Kreisbogen beschreibt, bedeutet dies den Oberarm soweit anzuheben bis der Oberarmknochen parallel zum Boden verläuft. Welche Muskeln sind nun für das Anheben (das nach vorne führen) des Oberarmes verantwortlich?  

Der große Brustmuskel besteht aus drei Anteilen2. Der Obere, am Schlüsselbein befestigte Anteil mit mit dem absteigenden Faserverlauf ist für das nach vorne führen des Oberarmknochen verantwortlich. Außerdem trägt der vordere, am Schlüsselbein befestigte Anteil des Deltamuskels der Schultermuskulatur einen Teil zu dieser Bewegung bei.

Der Unterarm wird mit dem vorne liegenden Biceps Muskel gebeugt, und über den hinten liegenden Triceps Muskel gestreckt. Auch dabei erfolgte eine kreisförmige Bewegung um das Ellebogengelenk. Das Handgelenk und und Faust spielen bei der Bewegung des Faustschlages, außer als Schwachstelle im System, keine Rolle.

Wie wird jetzt aus zwei kreisförmigen Bewegungen ein gerader Schlag? Wie wird dieser Schlag so dynamisch, das wir jemanden damit ko. hauen können?

Der Oberarm ist der Antrieb, und sorgt für den nötigen Vortrieb, während die „Rakete“ nämlich der  Unterarm (und damit Faust) durch den Triceps auf Kurs gehalten wird (Abbildung 8C). Vergleichen kann man das System in etwa mit einer steinzeitlichen Speerschleuder. Der Speer ist der Unterarm, die Speerspitze die Faust, und der Hebel, der die Waffe beschleunigt der Oberarm  (Abbildung 8D).

Die maximale Beschleunigungsstrecke ist durch die Länge des Oberarmknochens begrenzt. Die maximal Reichweite ist durch die Länge des Oberarmes und des Unterarms begrenzt.

Mit der maximalen Streckung des Armes hat das System auch sein größte Reichweite erreicht. Spätestens dann sollte die „Rakete“ im Ziel eingeschlagen sein. Die Reichweite kann erhöht werden, wenn die Schulter nach vorne gebracht wird.

Energetische Betrachtung

Um herauszufinden wie ein Schlag die größtmögliche Wirkung entfaltet, begeben wir uns kurz in die Gefilde der Physik. Der bedeutende englische Physiker Isaac Newtonexternal link hat folgende grundlegende Aussagen aufgestellt:

  • Das Trägheitsprinzip: Ein Körper verharrt im Zustand der Ruhe oder der gleichförmigen Bewegung (das bedeutet die Geschwindigkeitist in Betrag und Richtung konstant), solange keine äußere Kraft auf ihn einwirkt, oder genauer, die Summe aller auf ihn einwirkenden Kräfte gleich Null ist.  Das gilt aber nur in einem Koordinatensystem, in dem ein Beobachter sich als nicht bewegt ansieht.
  • Das Aktionsprinzip (Grundgesetz der Dynamik): Die Änderung der Bewegung einer Masse ist der Einwirkung der bewegenden Kraft proportional und geschieht nach der Richtung derjenigen geraden Linie, nach welcher jene Kraft wirkt. Kräfte entstehen durch die zeitliche Änderung eines Impulses.
(1)
  • Das Reaktions- bzw. Wechselwirkungsprinzip: Kräfte treten immer paarweise auf. Übt ein Körper A auf einen anderen Körper B eine Kraft aus, so wirkt eine gleichgroße, aber entgegen gerichtete Kraft von Körper B auf Körper A.

Darüber hinaus solltest Du noch Kenntnis von den begriffen Bewegungsenergie, Kraft und Druck haben:

  • Als kinetische Energie oder Bewegungsenergie bezeichnet man die Energie, die in der bewegten Masse eines Körpers enthalten ist. Stellst du dir die gesamte Masse eines Körpers in seinem Schwerpunkt vor, kannst Du schreiben:
(2)
  • Das Verhältnis von Kraft und Kontaktfläche beschreibt den Druck, der senkrecht auf einer Fläche lastet. Das Formelzeichen p bitte nicht mit dem des Impulses verwechseln!
(3)
  • Kraft bezeichnet die Fähigkeit die Richtung, oder die Geschwindigkeit eines Körpers zu ändern  oder  ihn zu verformen. Verformung entsteht, wenn an verschiedenen Angriffspunkten unterschiedliche Kräfte wirken. Je nach Richtung der Kräfte, wird der Körper entweder komprimiert, gedehnt, oder beliebig anderweitig verzerrt. Wirkt eine Kraft exakt in  Bewegungsrichtung eines  Körpers, so wird dieser beschleunigt, wirkt sie entgegen der Bewegungsrichtung, so wird er gebremst. Wirkt die Kraft in eine Richtung ungleich der Bewegungsrichtung, dann wir der Körper aus seiner eigentlichen Bahn abgelenkt.

Im Alltag trennen wir nur selten zwischen Druck und Kraft. Wir empfinden die wirkende Kraft als proportional zum daraus resultierenden Druck. Trotzdem ist es wichtig, zwischen Druck und Kraft zu unterscheiden, denn Kraft besitzt eine Richtung, und Druck nicht. Siehe dazu auch bei Wikipedia: Mechanik realer Körperexternal link .

So, jetzt haben wir das nötige theoretische Rüstzeug zusammen, um uns einem praktischen Beispiel zuwenden zu können. Stell Dir also vor, Du stehst so bei einem Bier in einer Kneipe  herum, und führst ein interessantes Gespräch mit dem Barkeeper. Dein Körper befindet sich dann quasi in einem Zustand der Ruhe, bezogen auf das Koordinatensystem Kneipe bzw. Tresen. Da sich der Typ neben dir belästigt fühlt, und dich unvermittelt, weil leicht angetrunken, von der Seite ins Gesicht schlägt, wirkt auf  dieses System unvermittelt eine Impulsänderung, eine zeitlich begrenzte Kraft, von außen ein. Das nennt der Physiker einen Kraftstoß, und drückt das so aus:

(4)

 Dabei wird Energie auf dich übertragen, wie Du schmerzlich im Gesicht spürst.

(siehe nächste Auflage)

…Entscheidend für die Wirkung der Faust im Ziel, ist laut Formel 2 die Masse und die Geschwindigkeit zum Quadrat! Du siehst das hier nicht die Masse aus-„schlaggebend“ ist sondern die Geschwindigkeit, genauer Endgeschwindigkeit, mit der die Faust das Ziel trifft. Um eine möglichst hohe Endgeschwindigkeit zu erreichen muss der Typ seine Faust bei vorgegebener Strecke, sehr schnell beschleunigen. Das erreicht er nur, indem er locker bleibt, und jede bremsende Muskelanspannung vermeidet (Biceps) – was ihm nach dem Genuss von Alkoholika nicht so schwer fallen dürfte. Um bei der Sprache der Physiker zu bleiben: Die kinetische Energie der  Faust soll im Moment es Auftreffens auf das Ziel möglichst verlustlos in Verformungsenergie im Ziel umgewandelt werden. Im Klartext: Der Gegner soll verletzt werden, und der Schlagende möglichst nicht! Die Masse ist aber nicht so unbedeutend wie es auf den ersten Blick erscheint. Dazu betrachten wir folgende Formel für den Betrag des Impulses aus Formel 1:

(5)

Hier sind Masse und Geschwindigkeit gleichberechtigt für die Größe des Impulses verantwortlich. Da sich eine Faust nicht beliebig schnell beschleunigen lässt, kommt der Masse eine größere Bedeutung zu. Da in Arm und Faust alleine nur wenig Masse ist, erscheint es sinnvoll  zur Erhöhung des Impulses / der Schlagkraft möglichst viel Körpermasse hinter den Schlag (oder auch Tritt) zu legen.

Ist der Druck auf der Trefferfläche zu groß, platzen Zellen, reißen Blutgefäße, oder brechen sogar Knochen. Für einen guten Fauststoß mit viel Durchschlagskraft sind im wesentlichen folgende Muskeln notwendig:

  • Trainierter oberer Anteil des Brustmuskels
  • Trainierte Schultermuskulatur; vorderer Anteil des Deltamuskels
  • Trainierter Triceps
  • Entspannter Biceps

Darüber hinaus muss der Körpereinsatz durch entsprechende Schrittarbeit trainiert werden. Das Timing zwischen Schlagtechnik und Schrittarbeit muss optimal sein.

Wie arbeiten Hebel?

Ein Hebel ist eine schmerzhafte Überdehnung eines Gelenkes. Hebel können am besten am Hand-, Arm-, Knie und Fußgelenk angesetzt werden. Aber auch am Schultergelenk ist ein Hebel als Fixierung möglich. Manche Hebel wirken auch als Kombination an mehreren Gelenken. Um erkennen zu können wie Hebel arbeiten, musst Du wissen wie die Gelenke, und das Zusammenspiel der Muskeln, Sehnen und Bänder funktioniert.

Wie wird die Kraft des Angreifers überwunden ?

Du kannst einen Hebel niemals gegen den Willen des anderen erzwingen und „durchziehen“ , es sei den Du bist wesentlich stärker als er. Der Trick bei Hebeln ist es die Kraft des Gegners für Dich auszunutzen, oder quer zur Kraftrichtung zu arbeiten. Du kannst auch beide Prinzipien kombinieren. Nutze die Kraft und Bewegung Deines Gegner aus. Außerdem musst Du die Arbeits- und Wirkungsweise der Gelenke verstanden haben.

Einen Armbeugehebel kannst Du nur machen, wenn der Angreifer seinen Arm freiwillig beugt. Setze also erstmal einen Arm Streckhebel an. Der Angreifer wird seinen Arm instinktiv beugen, da er gegen den Hebel arbeitet um ihn zu verhindern. Jetzt ist Dein Moment gekommen. Zunächst hältst Du ein wenig dagegen, so baut sich eine Spannung auf. Dann gibst du plötzlich dem Willen des Angreifers nach. Du nutzt seine Kraft, und Bewegung aus um ihn blitzschnell wie von selbst in den Beugehebel zu bringen. (Stichwort: Impuls durch Vorspannung. Bilder aus der Bodenlage…)

Arbeite quer zur Kraftrichtung. Dieses Prinzip kann man am Kipphandhebel oder besser Armdrehbeugehebel verdeutlichen.

(Siehe spätere Auflage…)

Empfindliche Körperstellen

Am menschlichen Körper gibt es ungefähr 244 mehr oder weniger empfindliche Stellen, indische ➲Kalarippayatexternal link Kampfkunstmeister kennen sogar über 800! Einige (ca. 69) sind so empfindlich, das eine Einwirkung darauf schwere Verletzungen verursacht, oder sogar tödlich wirkt. Andere Stellen tun nur einfach weh, oder beeinträchtigen die Arbeit von Körperteilen oder Organen. Im folgenden habe ich einige wenige wichtige Stellen aufgeführt. Ich habe eine Einteilung in Kopf, Hals, Rumpf und Extremitäten vorgenommen. Schläge und Druck auf Schockpunkte sollen den Angreifer von deinem eigentlichen Ziel ablenken. Treffer gegen Vitalpunkte sollen den Angreifer kampfunfähig machen, um dir die Flucht zu ermöglichen.

Empfindliche Körperstellen am Kopf

NrBezeichnungWirkung/GrundTechnik
1Haaransatz, FontanellenSchmerz
Gehirnerschütterung
Schädelfraktur
Haarzug, wuchtige Schläge und Stöße aller Art.
2SchläfenBewusstlosigkeit, innere Blutungen, TodSchlag, Stich.
3AugenSchmerz, bleibende Sehstörungen, völliger Verlust des Augenlichtes, oder des Auges.Druck als Schockierung, Fingerstich als „Knock- Out“ Technik.
4NasenbeinNasenbluten, tränende Augen. Nasenbeinbruch, Abriss oder Splitterung des Nasenknorpels. Prellungen und Blutung, die bis ins Hirn wirken.Gerader Schlag, oder Schlag von unten (Eigengefährdung!). Hammerfaust, Handballen, Faustrücken.
5OhrläppchenStarke ungefährliche Blutung, da stark durchblutet.Schlag als Schockierung.
6TrommelfellSchwindelgefühl,  Gleichgewichtsstörung, Tommelfellriß.Preßluftschlag.
7OhrdruckpunktDruckempfindlicher Nervenpunkt am Unterkiefer unterhalb des Ohrläppchens.Druck mit dem Finger
8Lymphknoten unterhalb des KieferknochensDruck
9KinnspitzeBruch des Kiefers. Zahnausfall, evtl. Biss auf die Zunge. K.O. Punkt.Schlag von unten, oder von vorne. Beachte auch ▷„Anmerkung zum Nasenbein“, Seite19.
10Jochbein, WadenbeinBruchFaustschlag (auf die Wange gezielt)
11Unterkiefer, Unterkieferaufhängung (seitlicher aufsteigender Ast, bzw. Kopf)BruchFaustschlag (unterhalb des Ohres gezielt)

Empfindliche Körperstellen am Hals

NrBezeichnungWirkung/GrundTechnik
1KehlkopfUnangenehm, Schluckbeschwerden,  Atemnot. Bruch tödlich- Erstickungsgefahr, bleibende Schäden.Druck, Schlag.
2HalsschlagadernSauerstoffzufuhr zum Gehirn. Bewustlosigkeit, BenommenheitHandkantenschlag (Schräg ausgeführt: Abriß der Halsschlagader; innere Blutungen.)
3KehlkopfgrubeKeine Muskeln! Nur dünnes Gewebe. Schluckbeschwerden, Schmerz. Verletzung der Luftröhre. Maximal: Durchstoßen der Luftröhre.Fingerstich
4GenickUnangenehm, bis Querschnittslähmung, oder tod durch Fraktur der oberen Wirbel.Schlag, Tritt (am Boden), Genickhebel von Gefühlvoll, bis ruckartig Angewendet - mit leichter Irritierung durch einen kurzen Ruck entgegen der eigentlichen Hebelrichtung.

Empfindliche Körperstellen am Rumpf

NrBezeichnungWirkung/GrundTechnik
1Solar-Plexus3Nervengeflecht für die Baucheingeweide. Bewusstlosigkeit, Atemstillstand, Übelkeit, Erbrechen, Zusammenbruch des Kreislaufs, je nach Schlagintensität und Treffergenauigkeit Tod.Schlag, zwei Finger breit unter das Brustbein. Am besten mit dem Ellenbogen, oder den Knien falls der Angreifer vorne übergebeugt ist.
2Organe. Besonders Niere, Magen, Leber, aber auch Milz.Schmerz, innere Blutungen,  Organstörungen bis hin zum Verlust des Organs.Schlag (Kniestoß, Tritt), Nierenschere.
3Kurze RippenPrellung, BruchSchlag.
4Genitalien (Gemächt)Schmerz, subjektive Atemnot,  Bewegungsunfähigkeit und eingeschränkte Wahrnehmung.  Quetschungen, Bewusstlosigkeit, Verlust der Zeugungsfähigkeit.Schlag, Kniestoß, Tritt, Quetschen
Anmerkung zum Solar-Plexus

Der Solar-Plexus (Sonnengeflecht, Plexus coeliacus, Plexus solaris) befindet sich oberhalb des Nabels, im oberen Bauchraum ca. 2 Finger breit unterhalb des Brustbeins (bei der Bauchaorta in der Nähe des Zwerchfells). Ein starker Schlag führt zu einem Schock, und löst eine kurzdauernde Bewußtlosigkeit / Ohnmacht evtl. mit Krämpfen aus (vagovasale Synkope). Im Extremfall, zum Beispiel bei Vorerkrankungen, Stress usw. kann ein Schlag auch zum Tod führen. Wenn der Solar-Plexus gut gepolstert ist, zB. im Winter durch feste Bekleidung, ist er nur schwer wirkungsvoll direkt zu treffen. Er ist nicht gut zu lokalisieren, und die Schlagwirkung wird zusätzlich durch die Kleidung gedämpft. Allerdings reicht ein Schlag (Ellenbogen, Faust) in die Nähe (Oberer Bauch) meist aus, um den Gegner zum Zusammenklappen zu bringen.

Anmerkungen zu den inneren Organen

Viele innere Organe, wie zB. Leber, Milz, oder Nieren, sind stark durchblutet. Triffst du diese Organe hart, können die Adern reißen, was zu versteckten, inneren Blutungen führt. Die Adern können auch nur angerissen sein, sodass die Blutungen über mehrere Tage unbemerkt andauern. Bei einer weiteren nachfolgenden starken Belastung zB. durch Sport, kann es dann zu massiven, lebensbedrohenden inneren Blutungen kommen. Typische Warnsignale sind Druckschmerzen, Übelkeit, ein fahles blasses Gesicht, Schwindel und Erbrechen. Ein Fußtritt/stoß in Nieren oder Leber gegen einen am Boden liegenden, oder ein Ellenbogenschlag ist diesbezüglich sehr gefährlich. Besser (sprich sanfter) sind Schläge mit der offenen Hand.

Anmerkungen zum Gemächt

Die Hoden (das Gemächt)sind bei weitem nicht so ein empfehlenswerte Ziel wie immer behauptet wird. Jeder Mann weiß, wie verletzlich er dort ist, und wird diese Stelle instinktiv gut decken. Außerdem sind bei erfolgreichem Treffer durch einen Tritt die Reaktionen je nach Veranlagung recht unterschiedlich, und reichem vom totalen Zusammenbruch bis, zum nicht mehr stopbaren, weil schmerzunempfindlichen Adrenalinmonster.

Anmerkung zum Nasenbein

Es ist ungünstig mit einem geraden Schlag, oder von schräg unten auf das Nasenbein zu schlagen. Durch den Aufprall der Faust wird der Kopf zurückgeschleudert, und die Zähne des Oberkiefers nehmen „Kontakt“ mit deiner Faust auf, Du hast dann wahrscheinlich ungewollt ein paar Zähne in der Faust stecken - sehr unschön und darüber hinaus sehr gefährlich4. Besser ist es einen geraden Schlag auf die Stelle zwischen den Augen, oberhalb des Nasenbeins zu landen (Anatomisch gesehen korrekte Stelle für einen Schlag auf die Nase).

Empfindliche Körperstellen an den Extremitäten

NrBezeichnungWirkung/GrundTechnik
1ArmgelenkeÜberstreckung des Bänderapparates, auskugel, BruchDurch Schläge und Hebelwirkung.
2HandrückenSchmerzempfindlichSchlag mit kleiner Fläche (z.B. Knöchelfaust)
3FingerBänderdehnung,  Bänderriß, Bruch.Hebeln bei Umklammerungen. Am Boden mit dem Fuß drauftreten.
4OberschenkelmuskulaturSchmerz,  Gehbehinderung durch Prellung, HämatomTritt
5Oberschenkel InnenseiteSchmerzNervendruckpunkt
6Oberschenkel RückseiteSchmerzEinfach mal reinkneifen…
7KniekehlenBewegungseinschränkun g durch Bänder- dehnung/riß. Schäden an den Menisken.Tritt von der Seite, oder schräg hinten (von oben nach unten).
8SchienbeinWenig Muskeln, empfindliche Knochenhaut. Schmerzhaft. Bruch: Einschränkung der Bewegung.Tritt, von oben nach unten, oder geradlinig dagegen.
9FußspannSchmerzhaft! Einschränkung der Beweglichkeit. Im schlimmsten Fall Fraktur.Stampftritt. Effektiv mit „entlangschraddeln“ am Schienbein.
10AchillesferseWie der Name schon sagt. Ein Tritt ist sehr schmerzhaft. Einschränkung der Bewegung.Tritt. Allerdings nicht so gut bei Stiefeln oder Highshaft Schuhen.
11ZehenSchmerzhaft!  Quetschungen, Bruch, Schockierung. Einschränkung der Beweglichkeit.Tritt

Schnitt und Stichpunkte für Messerattacken

Hauptschlagadern

Wird eine Hauptschlagader angeschnitten oder durchtrennt bist Du innerhalb von 4 Sekunden bis  zu 2 Minuten verblutet. Seitlich, rechts und links am Hals verlaufen, dicht unter der Hautoberfläche die Halsschlagadern. Unterhalb des Schlüsselbeins verlaufen die Hauptschlagadern in die Arme. An der Wirbelsäule entlang. Am Becken teilen  sie sich auf für die Versorgung der Beine, und verlaufen weiter an den Innenseiten der Oberschenkel.

  • Siehe Abbildung 6: Blutkreislauf Seite 5.
ZielEintritt Bewustlosigkeit / SekundenEintritt des Todes / Sekunden
Halsschlagader412
Schulterschlagader24
Armbeuge1284
Achselhöhle832
Handgelenke28128
Beinschlagader832
Auswirkung auf verletzte Hauptschlagadern (Durchschnittswerte)
Sehnen und Muskeln
  • Schnitte gegen die Aussenseite des Unterarms, Schnitte gegen Hände, Gesicht und Brust.
  • Bei einem tiefen Schnitt gegen die Innenseite des Unterarms wird eine wichtige Sehne durchtrennt, ohne die die Hand nicht mehr gehoben werden kann.
  • Ein Schnitt über den Handrücken durchtrennt die Fingersehnen und macht die Hand unbrauchbar.
  • Ein langer, tiefer Schnitt horizontal in Höhe der Brustwarzen durchtrennt die Brustmuskulatur, ohne die Ihr Gegner die Arme nicht mehr heben kann.
  • Ein Schnitt über die Augenbrauen lässt ihm das eigene Blut in die Augen laufen.
  • Tiefe Schnitte gegen Bizeps und Trizeps lassen den Arm nach einiger Zeit ebenfalls unbrauchbar werden.
Organe

Luftröhre oder Kehlkopf, eigentlich der ganze Hals. Nach einem Herzstich tritt der Tod innerhalb von 3 Sekunden ein.


  1. Die Linea alba (lat. für “weiße Linie”) ist eine senkrechte Bindegewebsnaht in der Mitte des Bauches, die durch die Vereinigung der flächenhaften Sehnen (Sehnenplatten) der seitlichen Bauchmuskeln entsteht. vgl. : Wikipediaexternal link  ↩︎

  2. (Der mittlere, am Brustbein befestigte, querverlaufende Teil ist für die Adduktion (heranziehen an den Körper) zuständig, der untere Anteil senkt den Arm nach unten). ↩︎

  3. Solar Plexus auf Wikipediaexternal link  ↩︎

  4. Die menschliche Mundhöhle ein Brutplatz gefährlichster Bakterien/Keime. Wenn Du von einem anderen Menschen gebissen wirst, kann die daraus resultierende Infektion in der offenen Wunde für Dich tödlich enden! ↩︎