Symbole und Metaphern — Farben

Zuletzt geändert: 18. Mai 2021
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Samm­lung über die Wir­kung und Bedeu­tung von Far­ben. Sie­he auch Sym­bo­le und Meta­phern.

Die Farbe Rot

  • Asso­zia­tio­nen
    • Dyna­mik, Gefahr, Tem­pe­ra­ment, Wär­me, star­ken Wil­len, Ent­schlos­sen­heit, Durch­hal­te­ver­mö­gen, rei­fe Früch­ten, Lie­be, Blut, Gesund­heit, Warn­far­be, Signal­wir­kung, War­nung / Gefahr (Ampeln, Brems­lich­ter, Alarm­knöp­fe). Frucht­bar­keit, Lie­be, Mut, Lei­den­schaft, Feu­er, Emo­tio­nen, Willensstärke. 
    • Wer sich schämt oder wütend wird, errö­tet, wer die Selbst­kon­trol­le ver­liert, sieht Rot.
  • Posi­ti­ve Assoziationen
    • Glück, Lebens­freu­de, Ener­gie, Akti­vi­tät, Lie­be, Sexua­li­tät, Ero­tik, Wol­lust, Ver­füh­rung, Kraft, Feu­er, Hit­ze, Wär­me, Begier­de, Blut.
  • Nega­ti­ve Assoziationen
    • Hass, Wut, Zorn, Auf­re­gung, Aggres­si­vi­tät, Lärm, Unmo­ral, Gefahr, Verbote.
  • Kul­tur, Gesell­schaft, Religion
    • Im Hebräi­schen haben die Wor­te Blut und Rot den glei­chen Ursprung: Rot heißt “dm” und Blut heißt “dom”.
    • Blut und Feu­er ist sowohl posi­tiv wie nega­tiv besetzt: 
      • Hass, Krieg, Aggres­si­on, Blutvergießen.
      • Kraft, Lie­be, Wär­me, Leidenschaft. 
    • Hel­les, leuch­ten­des Rot war bei den Grie­chen und im Chris­ten­tum mit dem männ­li­chen Prin­zip verbunden. 
    • Es war die Far­be der grie­chi­schen Kriegs­göt­ter Phoebus und Ares.
    • Der bibli­sche Adam, wur­de aus roter Erde geschaffen. 
    • In den frü­hen Kul­tu­ren wur­de das dunk­le Rot des Blu­tes dem Weib­li­chen zuge­ord­net. Mut­ter Erde spen­de­te den Völ­kern der Stein­zeit den roten Ocker, dem man lebens­er­hal­ten­de Kräf­te zuschrieb. 
    • In Japan ist Rot die Far­be der Frauen.
    • Rot kann destruk­ti­ve Aggres­sio­nen aus­lö­sen (sie­he auch Bar­nett New­mans rie­si­ge Lein­wän­de mit gro­ßem Rotanteil).
    • In Chi­na ist Rot die Far­be von Glück und Reichtum.
    • In Chi­na wird die Braut in einem roten Braut­kleid und einer roten Sänf­te zum Ort der Hoch­zeits­fei­er getra­gen. Wenn ein Kind gebo­ren wird, über­brin­gen die Nach­barn dem glück­li­chen Paar rote Eier, als Zei­chen für Glück und Wohlergehen.
    • In Chi­na war und ist Rot die Glücks­far­be, die Kräf­te und böse Geis­ter ver­treibt, Far­be des Reichtums.
    • In Russ­land steht Rot für wert­voll und teuer.
    • In der katho­li­schen Kir­che, sym­bo­li­siert rot Blut, Feu­er, Pfings­ten, Lei­den Chris­ti und Mär­ty­rer­fes­te. In der evan­ge­li­schen Kir­che, Pfings­ten, Apos­tel- und Märtyrerfeste.
    • Wer in Korea einen Namen in Rot schreibt signa­li­siert damit dass die­se Per­son tot ist.
    • Rot gilt in man­chen Gegen­den Afri­kas als Far­be des Lebens. Des­halb wer­den in bestimm­ten Regio­nen Zen­tral­afri­kas und Ozea­ni­ens Kran­ke mit rotem Ocker bestri­chen, um ihre Lebens­kraft anzuregen. 
    • Bei den Ashan­ti im west­afri­ka­ni­schen Gha­na ist Rot die Far­be der Trauer.
    • Das Tra­gen roter Bän­der oder Tücher gehör­te bei vie­len Völ­kern zu den Hochzeitsbräuchen.
    • Römi­sche Bräu­te wur­den mit einem feu­er­ro­ten Tuch umhüllt, auch heu­te tra­gen neu­grie­chi­sche, alba­ni­sche und arme­ni­sche Bräu­te rote Brautschleier.
    • Im alten Ägyp­ten war Rot eine ziem­lich kost­ba­re Far­be mit der sich die Töch­ter der Pha­rao­nen schmück­ten. Damit sie sich Wan­gen, Lip­pen und Fin­ger­nä­gel bema­len konn­ten muss­ten Skla­ven tau­sen­de Pur­pur­schne­cken sam­meln, zer­stamp­fen und zu Sud zerkochen. 

Die Farbe Gelb

  • Posi­ti­ve Asso­zia­tio­nen
    • Licht, Son­ne, Erleuch­tung, Hel­lig­keit, Wach­heit, Krea­ti­vi­tät und einen schnel­len Ver­stand, Erkennt­nis, das Gedei­hen des Leben­di­gen, Herbst, die Reife.
  • Nega­ti­ve Assoziationen
    • Neid, Ver­rat, Feig­heit, Geiz, Eifer­sucht, Ver­lo­gen­heit und Ego­is­mus. (was die Far­be bei uns rela­tiv unbe­liebt macht)
  • Kul­tur, Gesell­schaft, Religion
    • Die Son­ne wur­de von vie­len Natur­völ­kern als Gott verehrt. 
    • Die alten Grie­chen stell­ten sich vor, dass der grie­chi­sche Son­nen­gott Heli­os in einem gel­ben Gewand auf einem von vier Feu­er­ros­sen gezo­ge­nen Wagen über den Him­mel fährt.
    • Das strah­len­de, gel­be Licht der Son­ne und ihren Göt­tern ver­kör­per­te die gött­li­che Intelligenz.
    • In Chi­na steht Gelb für Har­mo­nie und Weis­heit, das männ­li­che Yang, das akti­ve schöp­fe­ri­sche Prinzip.
    • Die alten Ägyp­ter sahen im Gelb das Weib­li­che, das “Sanf­te, Hei­te­re, Sinnliche”.
    • Seit dem Mit­tel­al­ter gilt Gelb auch als Far­be des Nei­des und als Schand­far­be von dis­kri­mi­nier­ten Gruppen.
    • In Euro­pa sym­bo­li­siert Gelb meis­tens Licht und Leben, wird dann jedoch auch mit Gold zusam­men assoziiert. 
    • Bei den Kel­ten war Gelb auch die Far­be der Trauer. 
    • Wenn in Mexi­ko zu Aller­hei­li­gen die Toten zurück­keh­ren, wer­den die Wege mit gel­ben Blu­men aus­ge­stat­tet, weil geglaubt wird, dass die Toten die Far­be Gelb am bes­ten sehen können.
    • Im Hin­du­is­mus steht die Far­be Gelb sym­bo­lisch für Leben, Licht, Wahr­heit und Unsterb­lich­keit. Gelb ist die Haupt­far­be der Fest­klei­dung von Män­nern und Frauen. 

Die Farbe Blau

  • Asso­zia­tio­nen
    • Har­mo­nie, Zufrie­den­heit, Ruhe, Ent­span­nung, Loya­li­tät, Ver­trau­en, Ver­läss­lich­keit , Lachen, Hei­ter­keit, Fer­ne, Unend­lich­keit, Stil­le, Melancholie.
    • Die Wei­te des strah­len­den Som­mer­him­mels, die Tie­fe des Meeres.
    • Sym­bo­li­siert die See­le, das Unbe­wuss­te und Unbe­kann­te, Fins­ter­nis oder die weib­li­che Naturseite. 
    • Sehr dunk­les Blau — Ruhe, Tie­fe, Nacht, auch Tod.
  • Posi­ti­ve Assoziationen
    • Sym­pa­thie, Har­mo­nie, Freund­lich­keit, Freund­schaft, Fer­ne, Wei­te, Unend­lich­keit, Treue, Sehn­sucht, Ent­span­nung, Stil­le, Klug­heit, Wis­sen­schaft, Genau­ig­keit, Pünkt­lich­keit, Kon­zen­tra­ti­on, Sport­lich­keit, Leis­tung, Mut, Ewig­keit, Wahr­heit, Ideale.
  • Nega­ti­ve Assoziationen
    • Käl­te, Lüge, Trunkenheit.
  • Kul­tur, Gesell­schaft, Religion
    • In Chi­na sym­bo­li­siert Blau die Mäch­te des Him­mels und der Unsterblichkeit.
    • In Indi­en wer­den ver­schie­de­ne Gott­hei­ten mit blau­em Kopf oder mit blau­er Haut­far­be dar­ge­stellt. Ein in Blau gemal­ter Ele­fant gilt als das Zei­chen für höchs­te Ver­geis­ti­gung und gött­li­che Erleuchtung.
    • Im Ori­ent wer­den Türen und Fens­ter Blau gestri­chen, um auf die­se Wei­se die guten Geis­ter und Göt­ter auf sich zu lenken.
    • Die Got­tes­mut­ter Maria schmückt ein blau­er Man­tel, und ver­kör­pert Ruhe und Inner­lich­keit, Treue, Tradition.

Die Farbe Grün

  • Asso­zia­tio­nen
    • Durch­set­zungs­ver­mö­gen, Beharr­lich­keit, Ent­span­nung, Har­mo­nie, Hilfs­be­reit­schaft, Aus­dau­er, Tole­ranz, Zufriedenheit.
    • Rei­nes grün ist die Far­be der Mit­te, voll­ende­te Neu­tra­li­tät zwi­schen allen Extremen.
    • Auf­grund ihrer Natur­nä­he wirkt grün beru­hi­gend und harmonisierend.
      • Far­be des Lebens, der Pflan­zen, des Früh­lings, frucht­ba­re Wie­sen, Fel­der und Wälder.
      • Far­be der jähr­li­chen Erneuerung.
      • Tri­umph des Früh­lings über den Win­ter > sym­bo­li­siert Hoff­nung auf Unsterblichkeit. 
  • Posi­ti­ve Assoziationen
    • Natur, Leben, Leben­dig­keit, Natür­lich­keit, Früh­ling, Hoff­nung, Zuver­sicht, Frisch, Herb, Jugend.
  • Nega­ti­ve Assoziationen
    • Unreif, gif­tig, dämonisch.
  • Kul­tur, Gesell­schaft, Religion
    • Ange­nehm für die Augen, ver­mit­telt Augen­ru­he. Der Blick ins Grü­ne ist nie­mals anstren­gend, son­dern stärkt das Auge für alle ande­ren Ein­drü­cke, hilft bei Kon­zen­tra­ti­on auf das Wesentliche.
      • Tafeln in den Schulen.
      • Spiel­fel­der von Billardtischen.
      • Ret­tungs­we­ge sind mit wei­ßen Pfei­len auf grü­nem Grund gekennzeichnet.
      • Grü­ne Ampeln zei­gen freie Fahrt.
    • Posi­ti­ve Heil­wir­kung für Kör­per und See­le -> Wald­spa­zier­gän­ge zur Ent­span­nung und Erholung.
    • Grün ist Leben, Grün wächst, Grün kommt immer wieder. 
      • Unser Über­le­ben ist gesi­chert, wenn fri­sches Grün aus der Erde sprießt. 
      • Grün ist das Sym­bol der Hoff­nung auf Leben und Überleben. 
    • In Irland reprä­sen­tiert Grün den Katholizismus.
    • In isla­mi­schen Län­dern steht grün für die mos­le­mi­sche Reli­gi­on und wird aus­schließ­lich in reli­giö­sem Kon­text verwendet.
    • Grün fin­det sich in den Natio­nal­fah­nen der meis­ten Wüs­ten­staa­ten. In Wüs­ten über­lebt man nur wenn man eine der grü­ne Oase erreicht.
    • Wir stel­len uns zu Weih­nach­ten als Sym­bol der Hoff­nung einen Weih­nachts­baum in die Wohnung.
    • In Chi­na ist die Far­be Grün (wie Schwarz) dem weib­li­chen Yin, dem pas­si­ven, emp­fan­gen­den Prin­zip, zugeordnet.
    • War frü­her die belieb­tes­te Far­be für euro­päi­sche Wohn­zim­mer und Salons.

Die Farbe Orange

  • Posi­ti­ve Assoziationen
    • Freu­de, Leb­haf­tig­keit, Lebens­be­ja­hung, Aus­ge­las­sen­heit, Gesel­lig­keit, vita­le Stär­ke & Aktivität
    • Hel­les Oran­ge bedeu­tet Fröh­lich­keit, Kreativität.
    • Her­vor­he­ben von Gebor­gen­heit, Gemüt­lich­keit und emo­tio­na­ler Wärme.
    • Far­be der Kin­der und aller, die sich jugend­lich und vital fühlen.
  • Nega­ti­ve Assoziationen
    • Bil­lig, auf­dring­lich, Angeberei.
  • Kul­tur, Gesell­schaft, Religion
    • Im Bud­dhis­mus ist Oran­ge die Far­be der höchs­ten Stu­fe der mensch­li­chen Erleuch­tung. Des­halb sind die Gewän­der bud­dhis­ti­sche Mön­che Orange.
    • Oran­ge fin­det sich weder als Sym­bolfar­be noch als Klei­der­far­be in euro­päi­schen, mit­tel­al­ter­li­chen Gemälden.

Die Farbe Violett

Die Farbe Weiß

  • Posi­ti­ve Assoziationen
    • Rein­heit, Sau­ber­keit, Ord­nung, Leich­tig­keit, Voll­kom­men­heit, Unschuld, Weis­heit, Erleuch­tung, Hei­li­ges, Lee­re, zurück­hal­tend, hell, neu­tral, ehr­lich, friedlich. 
  • Nega­ti­ve Assoziationen
  • Kul­tur, Gesell­schaft, Religion
    • In den meis­ten Welt­re­li­gio­nen fin­det sich weiß als Hei­mat des Lichts, das alles Sicht­ba­re gebiert.
    • Die Bibel sagt “Es wer­de Licht”. 
    • In fern­öst­li­chen Kul­tu­ren ist Weiß die Far­be der Trau­er und des Todes.
    • In west­li­chen Kul­tu­ren ist die Braut gern in Weiß gekleidet.
    • Eski­mos ver­wen­den ca. 200 ver­schie­de­ne Namen für die Far­be Weiß, je nach Farb­ton und Beschaf­fen­heit ihrer wei­ßen Umwelt. 
    • In Deutsch­land gibt es auch etli­che Begrif­fe: Bril­lant­weiß, Käse­weiß, Krei­de­bleich, Schloh­weiß, Schnee­weiß, Titan­weiß, Albi­no, usw.

Die Farbe Schwarz

  • Posi­ti­ve Assoziationen
    • Kul­ti­viert­heit, For­ma­li­tät, Ele­ganz, Serio­si­tät, Wahr­heit, Glaub­wür­dig­keit, Verführung.
  • Nega­ti­ve Assoziationen
    • Domi­nant, düs­ter, schwer, Trau­er, Tod, Krank­heit, Pech, Geheim­nis­se, das gro­ße Nichts…
  • Kul­tur, Gesell­schaft, Religion
    • Sym­bo­li­siert in Afri­ka Alter, Rei­fe, Männlichkeit.
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