Hochbeet aus Paletten bauen

Zuletzt geändert: 12. Juni 2022
Geschätzte Lesezeit: 3 min

Som­mer­pro­jekt 2020: Die Idee im Gar­ten mal ein paar Kräu­ter zu züch­ten haben wir schon lan­ge. Der Groß­teil unse­res klei­nen Gar­tens ist auf dem Dach der Tief­ga­ra­ge gebaut. Da wächst und gedeiht nicht wirk­lich was. Unser Gar­ten braucht jetzt also drin­gend ein Hoch­beet, um unse­ren Plan um zu set­zen. Aus­ser­dem kön­nen wir unse­ren jähr­li­chen Ver­schnitt auf die Art sinn­voll nut­zen. Da wir eine Jungs-WG sind, ist das natür­lich ein For­schungs­pro­jekt

Die Vor­tei­le eines Hochbeetes: 

  • Vit­amin­rei­ches Gemü­se und Obst auf kleins­tem Raum ziehen
  • Die Höhe des Beets erleich­tert das Arbei­ten und Ernten 
  • Das schicht­wei­se ein­ge­füll­te orga­ni­sche Mate­ri­al wie Äste oder Gras­so­den ver­rot­tet, und dabei ent­steht im Hoch­beet Wär­me. Die Boden­tem­pe­ra­tur im Hoch­beet kann dabei um bis zu 5° C höher anstei­gen als in einem nor­ma­len Flach­beet. Die höhe­re Tem­pe­ra­tur beschleu­nigt das Wachs­tum und garan­tiert eine zei­ti­ge Ernte.

Hochbeet aufbauen

Wir bau­en uns ein Hoch­beet aus vier Palet­ten — zum Bei­spiel die­se hier amazon.de — und set­zen es an einen mög­lichst hel­len, ebe­nen und baum­fer­nen Stand­ort im Garten. 

Die Abmes­sun­gen einer sol­chen Palet­te: 120 x 80 x 12 cm. Dar­aus erge­ben sich fol­gen­de Maße: 

  • Grund­flä­che aus­sen: 120 x (120 + 2x12) = 120 x 144 cm
  • Grund­flä­che innen: 120 x (120 — 2x12) = 120 x 96 cm
  • Innen­mass: 120 x (120 — 2x12) x 80 cm = 120 x 96 x 80 cm
  • Das ergibt ein zu befül­len­des Volu­men von: 921,6 cm3

Materialliste

  • Vier Stei­ne: Wir bau­en das nicht direkt auf den Boden, son­dern legen es etwas hoch, auf vier Stei­ne in den Ecken, die wir noch rum­lie­gen haben.
  • Blech­win­kel, und Schrau­ben zum befestigen
  • Holz­la­sur: Palet­ten mit Holz­la­sur auf Was­ser­ba­sis, oder Lein­öl strei­chen. Palet­ten vor­her abschleifen.
  • Folie: Die Sei­ten­wän­de mit dickem Gar­ten­fließ — zum Bei­spiel dop­pelt genom­me­nes Unkrautvlies — oder Teich- bzw. Nop­pen­fo­lie / Drai­na­ge­fo­lie  aus­klei­den — oben dop­pelt genom­men. Bie­tet Schutz vor Ver­rot­tung der höl­zer­nen Sei­ten­wän­de oder dem Aus­schläm­men von Erde durch die gro­ßen Lücken. Nicht die güns­tigs­te Folie neh­men, son­dern eine ohne gif­ti­ge Inhalts­stof­fe und ohne Weich­ma­cher, zB. ger­ne EPDM-Folie, aber kei­ne PVC-Folie. 
  • Hasen­git­ter: Unten ein eng­ma­schi­ges Hasen­git­ter gegen Wühl­mäu­se verbauen.
  • Unkrautvlies: Dar­über ein Unkrautvlies gegen Wur­ze­lun­kräu­ter. Schützt zumin­dest eini­ge Jah­re vor Verunkrautung.
  • Werk­zeug
    • Akku­Schrau­ber / Schraubendreher
    • Elek­troT­a­cker / Handtacker
    • Schleif­ge­rät — wir haben die Palet­ten nicht abgeschliffen

Impressionen vom Aufbau

Optionales Zubehör

  • Netz über das Beet span­nen, zum Schutz vor Vögeln.
  • Gewächs­haus­fo­lie Schutz vor Frost nach der Aussaat.
  • Ide­al als Abde­ckung fin­de ich die fol­gen­de Kon­struk­ti­on. Der Preis ist scheint zwar hoch, aber die selbst gebau­te Lösung ist nicht halb so robust/praktisch/schick. Ich hab bis jetzt nix ver­gleich­ba­res gefunden:

Hochbeet befüllen

Es gilt von unten, grob nach oben, fein: 

  1. Unters­te Schicht: Äste, Zwei­ge, Strauch­schnitt, Rin­den­mulch, Kies, oder Schot­ter als Drai­na­ge (sonst fau­len die Wur­zeln weg)
  2. Dar­auf umge­dreh­ter Rasen­bo­den. Der spei­chert Was­ser, und sorgt dafür das das Beet nicht austrocknet.
  3. Dar­über eine Schicht Häck­sel­gut, Laub und Pflanzenreste.
  4. Dann eine Schicht Roh­kom­post, das ist tei­fe (gro­be) Kom­post­er­de aus dem eige­nen Kom­post­hau­fen, oder dem Bau­markt, gern mit flei­ßi­gen Regen­wür­mern drin.
  5. Die obers­te Schicht kann aus ver­schie­de­ne Erd­schich­ten bestehen, wie Fein­kom­post,- und Gar­ten­er­de. Mit den Schich­ten von unten nach oben immer fei­ner wer­den. (Natur­ta­lent by Toom Naturerde…)

Alle drei bis spä­tes­tens sechs Jah­re den Schicht­auf­bau erneu­ern, denn dann ist der Inhalt des Bee­tes soweit ver­rot­tet. Die ent­stan­de­ne Erde kann im Gar­ten ver­teilt werden. 

Hochbeet bepflanzen

  • Frucht­fol­ge.… Gemü­se­ar­ten Jähr­lich wechseln.
  • In Misch­kul­tur pflanzen…
  • Gemisch­ter Anbau unter­schied­li­cher Kulturen.
    • Wur­zel­ge­mü­se oder Kohl in Kombination
    • Küchen­kräu­ter in Kom­bi­na­ti­on mit Sala­ten & Rucola.
  • Stark­zeh­rer, Mit­tel­zeh­rer, Schwachzehrer.
  • Unter­schied­li­che Pflan­zen brau­chen unter­schied­li­chen Boden…
    • san­di­gen Boden
    • nähr­stoff­rei­che Komposterde

Wann das Beet bepflanzen?

  • Die ers­te Aus­saat beginnt im Febru­ar mit den ers­ten Küchen­kräu­ter, zB. Petersilie.
  • Steck­lin­ge schon im Febru­ar bei Zim­mer­tem­pe­ra­tur auf der Fens­ter­bank anzüch­ten, und nach dem letz­ten Frost ins Hoch­beet pflanzen.

Bepflanzungsprozesse

Die Erde sich ver­än­dert sich und ver­liert Kraft. Die ers­ten zwei Jah­ren bie­ten ein hohes Maß an Nährstoffen. 

  • In den ers­ten zwei Jah­ren stark­zer­ren­de Pflanzen
    • Gur­ken
    • Toma­ten
    • ver­schie­de­nen Kohl,- und Lauchsorten
    • Papri­ka
    • Zuc­chi­ni
    • Sel­le­rie
    • diver­se Kräuter
  • Im Fol­ge­jahr Mit­tel­zer­rer pflanzen:
    • Ret­tich
    • Spi­nat
    • Salat
    • Erd­bee­ren
    • Man­gold 
  • Ab dem drit­ten Jahr pflanzen:
    • Wur­zel­ge­mü­se
    • Kohl­sor­ten
    • Rote Bee­te

Was kommt ins Hochbeet?

  • Sala­te und Gemüse.
  • Ker­bel, Dill, Kopf­sa­lat, Ruccula.
  • Gemü­se­beet: Rüben­sor­ten mit roten Rüben, Karot­ten, Kohl­sor­ten mit Chi­na­kohl und Rosenkohl. 
  • Gur­ken, Sel­le­rie, Zwie­beln und Lauch pas­sen gut zwi­schen Zwie­beln und Karotten.

Jetzt bleibt nur, das wir uns wei­ter über den Anbau von Gemü­se­sor­ten und Kräu­tern klug machen, und damit her­um­ex­pe­ri­men­tie­ren.

Tiere im Hochbeet

Neben uner­wünsch­ten Kräu­tern machen es sich auch eini­ge Kleinst­le­be­we­sen im Beet gemüt­lich. Da wären: 

  • Por­cel­lio — auch Kel­ler­as­sel genannt. Nütz­li­ches Tier der Gat­tung Krebs­tie­re, über­trägt soweit bekannt kei­ne Krank­hei­ten. Frisst abge­stor­be­ne Pflan­zen­res­te, mag es feucht und dun­kel. Asseln sind nach ca. drei Mona­ten aus­ge­wach­sen, und haben eine Lebens­er­war­tung von zwei Jahren.
    • Vor­beu­gen: Boden von Gar­ten­bee­ten, Früh­bee­ten / Gewächs­häu­sern mit Lava-Gesteins­mehl (mein-schoener-garten.de )bestäu­ben, um die Tie­re fern zu halten.
    • Auf­stel­len von künst­lich ange­leg­ten Unter­schlüp­fen, zB. umge­stülp­te Blu­men­töp­fe oder grö­ße­re Stü­cke ange­feuch­te­ter Holz­wol­le, oder eine fla­che Scha­le. Die Asseln jeden Mor­gen auf­sam­meln und so von den Pflan­zen fern halten.
    • Köder: Aus­ge­höhl­te Kar­tof­feln, oder hal­bier­te Möh­ren, altes Obst, feuch­te Erde oder feuch­tes Laub.
    • Ein feuch­tes Hand­tuch auf dem Boden ist auch ein gutes Lockmittel.
    • Fress­fein­de: Igel, Krö­ten, Laub­frö­sche sowie eini­ge Vogelarten.
    • Pflanz­ge­fä­ße vor Befall schüt­zen: Direk­ten Boden­kon­takt ver­mei­den, auf einen stei­ner­nen Unter­grund stel­len, und mit Kübel­fü­ßen versehen.
    • Bereits befal­le­ne Kübel­pflan­zen kurz­zei­tig ganz aus­trock­nen lassen.
    • Die betrof­fe­nen Orte tro­cken hal­ten. Das ver­an­lasst die Tie­re dazu, sich einen neu­en Lebens­raum zu suchen. 
    • Sämt­li­che Nischen — klei­ne Ris­se im Boden und in den Wän­den, wo sich Was­ser ansam­meln kann, mit Sili­kon verschließen.
    • Schmut­zi­gen Ecken und Unter­schlupf­mög­lich­kei­ten hin­ter Rega­len säu­bern um ihnen die Nah­rungs­grund­la­ge zu entziehen. 
    • Ein­ge­la­ger­te Lebens­mit­tel sicher und außer Reich­wei­te auf bewahren.
    • Mit dem Staub­sauger auf­sau­gen ist eine schlech­te Idee: Die Tie­re fin­den im Beu­tel Nah­rung, um sich wei­ter zu vermehren.
  • Amei­sen
    • Das Hoch­beet mehr­fach mit Was­ser flu­ten, mögen Amei­sen gar nicht und zie­hen um. 

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