Gedanken zur NFTs in Kunst / Fotografie

Zuletzt geändert: 26. Mai 2022
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Foto­gra­fie ist mit dem Anbre­chen des digi­ta­len Zeit­al­ters auch ein höchst digi­ta­les Medi­um gewor­den. Es gab eine Trans­for­ma­ti­on von der Che­mie, hin zur Elek­tro­nik. Heu­te ist der gesam­te Pro­zess digi­tal, von der Kame­ra, über die Bear­bei­tung und Archi­vie­rung, bis hin zum Druck. Da liegt der Gedan­ken nahe, aus den Foto­gra­fien NTFs zu machen, und sie auf den ent­spre­chen­den Markt­plät­zen an zu bieten. 

Was ist NTF

Digi­ta­le Datei­en sind ver­lust­frei kopier­bar. Es gibt kein Ori­gi­nal, wie bei einem Ölge­mäl­de oder einer Skulp­tur, son­dern ein­fach her­stell­ba­re, ten­den­zi­ell end­lo­se Kopien, und Kopien von Kopien. Das macht es schwer sol­che Arbei­ten auf dem Kunst­markt zu plat­zie­ren. NTFs sind ange­tre­ten um die­ses Pro­blem zu lösen. Ich will ich nicht zu tech­nisch werden: 

  • NFT bedeu­tet Non-Fungi­ble Token.
  • Das ist ein kryp­to­gra­fisch ein­deu­ti­ges, unteil­ba­res, uner­setz­ba­res und über­prüf­ba­res, digi­ta­les Zertifikat.
  • Es ist ein Stück Hexadezimalcode.
  • Es wird mit einer Kryp­to­wäh­rung wie Bit­coin oder Ether gekauft.
  • Es liegt in der Block­chain, einer spe­zi­el­len, dezen­tra­len Daten­bank im Internet.
  • und dient so als Beweis für die Ori­gi­na­li­tät eines digi­ta­len Werkes.
  • Ein digi­ta­les Werk kann ein Video, ein Meme, eine GIF-Ani­ma­ti­on etc. sein, das dann mit die­sem Zer­ti­fi­kat signiert wurde.

Die Idee geht ja grund­sätz­lich in Ord­nung, aber NFTs ste­hen unter ande­rem wegen der Kli­ma­schä­den durch die Tech­no­lo­gie, Betrugs­fäl­len und Vor­wür­fen, ein Schnee­ball­sys­tem zu sein, zurecht in der Kri­tik. Die Regis­trie­rung in der Block­chain hat auch nicht den Ewig­keits­wert den man gemein­hin annimmt. Hard­ware und Soft­ware, For­ma­te digi­ta­ler Doku­men­te ver­al­ten teil­wei­se sogar schnel­ler als ihre ana­lo­gen Pendants. 

Weitere Kritik

Bei mei­nen Recher­chen ist mir schnell voll­kom­men klar gewor­den, war­um NFT so gehypt wird: Willst du ein NTF von einem Werk erstel­len, fal­len Gebüh­ren an: Viel Klein­vieh macht hier viel Mist. Es wird sich für die Anbie­ter der Infra­struk­tur auf jeden Fall loh­nen, das mög­lichst vie­le Glücks­rit­ter und Gold­grä­ber auf den Zug auf sprin­gen, und so machen sie mit viel Wir­bel und Wer­bung das Ver­spre­chen, das jeder NFT Kunst ein­fach, ohne viel Kennt­nis­se und Kön­nen, in gros­sen Men­gen her­stel­len kann. Ent­spre­chend ist der Markt geflu­tet. Das ist die per­fek­te Infla­ti­on der Kunst. Man nutzt Pro­gram­mie­rung und digi­ta­le Werk­zeu­ge hier zur Auto­ma­ti­sie­rung des Kunst­Schaf­fungs­Pro­zes­ses. Das führt zur Erschaf­fung des immer glei­chen, mit klei­nen Varia­tio­nen — ich den­ke dabei an Andy War­hol und sei­ne Pop­Art, die damit einer­seits geadelt wird, und ander­seits ihren Meis­ter fin­det. Kunst wird pro­du­ziert wie ein Durch­lauf­er­hit­zer: Mög­lichst schnell, und in Mas­se. Damit ent­wer­tet man die digi­ta­le Kunst noch mehr, die im eta­blier­ten Markt schon lan­ge ein unbe­deu­ten­des Nischen­Da­sein fris­tet, und nie einen guten Ruf hatte. 

Das Pro­blem bleibt, wie immer: Wer sieht dein Zeug, wer beach­tet dein Zeug, wer kauft dein Zeug, auf die­sem gigan­ti­schen Markt­platz. Wie erreicht man, das man dort nicht genau­so unter­geht, wie auf den vie­len andern digi­ta­len Plät­zen? Man ist doch nur einer unter 7,75 Mil­li­ar­den. Dar­an ändert sich nichts mit die­ser Libe­ra­li­sie­rung des Kunstmarktes. 

Wo stehe ich

Ich foto­gra­fie­re, und ich mache digi­ta­le Kunst mit dem Werk­zeug der Pro­gram­mie­rung. Es geht mir um die Erfor­schung — und dem Spiel mit — der Abs­trak­ti­on, es ist auch ein Ver­such die Din­ge zu ver­bin­den, die ich mache. Die Erstel­lung der Soft­ware ist indi­vi­du­el­le Hand­ar­beit, ist Teil des Pro­zes­ses, ist Teil des Wer­kes. Ich neh­me mir Zeit dafür. In die Erstel­lung eines Pro­gram­mes flie­ßen vie­le hun­der­te Arbeits­Stun­den und vie­le Gedan­ken. Ich kom­me mir damit wie ein ange­staub­tes Relikt aus ver­gan­ge­nen Zei­ten vor, aber ich kann, und will auch nicht anders. 

Fazit

Wer­de ich jemals NTFs aus mei­nen Wer­ken machen? Im Moment… ich den­ke nicht. 

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