Gedanken zum Leistungsschutzrecht

Zuletzt geändert: 24. Mai 2021
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Mit dem Leis­tungs­schutz­recht erscheint mir ein typi­sches Lob­by­is­ten­ge­setz auf dem Weg, das gut für die Ver­lage ist und schlecht für den Rest der Men­scheit. Lei­der klappt es die­ses mal wohl nicht so recht mit dem „heim­lich im Hin­ter­zim­mer durch­win­ken“. Ich den­ke die Ver­lage soll­ten sich mit krea­ti­ven, kun­den­freund­li­chen Ange­bo­ten dem Markt stel­len, statt sich hin­ter Geset­zen zu ver­ste­cken. Ande­re Bran­chen haben das auch geschafft. 

Es gibt genug tech­ni­sche Mög­lich­kei­ten für die Ver­lage ihren Con­tent hin­ter einer Pay­wall zu ver­ste­cken und für Such­ma­schi­nen unsicht­bar zu machen. Gefun­den wer­den wol­len die aber auch, also müs­sen sie Infor­ma­tio­nen für die Such­ma­schi­nen bereit­stel­len, damit sie auch gefun­den wer­den. Das ist wie Wer­bung für die Ver­lage. War­um soll­ten Such­ma­schi­nen — allen vor­an Goog­le — dafür bezah­len? Goog­le und die ande­re Such­ma­schi­nen kön­nen auf die Inhal­te der Ver­lage gut ver­zich­ten, den­ke ich. Kön­nen Ver­lage auf das immer­hin kos­ten­lose Ange­bot der Such­ma­schi­nen ver­zich­ten? Ich den­ke nicht, und ich den­ke das wis­sen die Ver­lage auch ganz genau. 

Was mir auf­fällt, ist das Goog­le­ba­shing, das mit der Dis­kus­sion um das LSR ein­her­geht. Es gibt genug alter­na­tive Such­ma­schi­nen die nutz­bar sind, und auch Inhal­te im Web fin­den, wenn man etwas gegen Goog­le hat. Such­ma­schi­nen stel­len mir immer­hin kos­ten­los eine gigan­ti­sche Infra­struk­tur zur Ver­fü­gung die ich täg­lich voll­kom­men kos­ten­frei nut­ze. Irgend­wie müs­sen ja die 10000de von Ange­stell­ten die die Läden am lau­fen hal­ten bezahlt wer­den, und die Tech­nik will auch finan­ziert wer­den. Dafür haben die Betrei­ber sehr erfolg­rei­che Geschäfts­mo­delle ent­wi­ckelt. Dar­an fin­de ich erst­mal nichts fal­sches. Nie­mand wird gezwun­gen die­se Ange­bote zu nut­zen. Goog­le­ba­shing fin­de ich des­halb nicht angebracht. 

Trotz­dem kann man natür­lich dar­über reden inwie­fern, und wo spe­zi­ell, Goog­le sei­ne Markt­macht auf nicht so net­te Wei­se aus­nutzt. Aber das ist eine ande­re Dis­kus­sion. Mit dem LSR hat das für mich erst­mal nix zu tun. Goog­le ist in dem Fall nur ein recht pro­mi­nen­ter Betrof­fe­ner von vielen. 

Das Leis­tungs­schutz­recht hat auch nega­tive Aus­wir­kun­gen auf jeden der ein Blog betreibt, oder ander­wei­tig Infor­ma­tio­nen im Web gene­riert, also sel­ber Autor ist. Die deut­schen Abmahn­an­wälte rei­ben sich bestimmt schon die Hän­de. Pri­mär nutzt das alles nur den Ver­la­gen, und weni­ger den Urhe­bern. Vor allem wenn die Urhe­ber klein und unab­hän­gig sind, sind sie eher die Leid­tra­gen­den. Für Urhe­ber ist das Inter­net vor allem ein Segen, denn sie kön­nen hier ihre Inhal­te auf ein­fa­che Wei­se einer gro­ßen Anzahl von Men­schen nahe brin­gen.… und das ganz ohne Verlage. 

Ja, und natür­lich ist das Erstel­len von Inhal­ten eine Arbeit die auch ver­gü­tet wer­den soll­te, aber irgend­wo muss man mal abgren­zen was Wer­bung ist, und was das eigent­li­che Pro­dukt. Mei­ner Mei­nung nach wol­len die Ver­lage für Wer­bung Geld, und das emp­finde ich als absurd. Dem­nächst müs­sen wir schon für den Film bezah­len, wenn wir den Trai­ler im Kino sehen, oder gar für das Film­pla­kat, das wir drau­ßen an der Stra­ße betrach­ten. Die­ser Ver­gleich hinkt zwar etwas, aber wel­cher Ver­gleich tut das nicht. ;-)  Ich den­ke die Wahr­heit und die tat­säch­li­chen Absich­ten des gan­zen Thea­ters lie­gen irgend­wo im Dunk­len ver­bor­gen. Anders kann ich mir den Unsinn nicht erklären. 

So, das ist ein Arti­kel mit ein paar nie­der­ge­schrie­bene Gedan­ken zum The­ma von mir, und er darf gesucht und gefun­den wer­den. Als Autor und Urhe­ber ver­bitte ich mir jede Ein­mi­schung sei­tens der Ver­lage. Danke. :-) 

Info: Geschrie­ben irgend­wann im Jah­re 2013, und hier archiviert. 

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