Einleitung

Zuletzt geändert: 1. Mai 2020
Geschätzte Lesezeit: 3 min

Was passiert hier?

Hal­lo zusam­men. Auf die­ser Web­sei­te wer­den wir unse­re Bau- und Lern­fort­schrit­te doku­men­tie­ren. Wir bau­en einen schwe­ren Mul­ti­co­p­ter / Mul­ti­ro­tor, der zur Fami­lie der UAV bzw. Droh­nen gezählt wird. Wobei der Begriff Droh­ne ziem­lich nega­tiv besetzt ist. 

Was ist das?

Ein Mul­ti­ro­tor ist halt ein Flug­kör­per wie ein Hub­schrau­ber, nur anders. Sehr bekannt und ver­brei­tet sind ja Quad­co­p­ter, aber es gibt auch unzäh­li­ge ande­re Bau­for­men wie ich gelernt habe. Die bekann­tes­ten sind Tri­co­p­ter, Hexa­co­p­ter und Okto­kop­ter. Es gibt aber vie­le Vari­an­ten wie zum Bei­spiel X8, oder sehr impo­sant eine Selbst­bau­va­ri­an­te: DODECA mit 12 Moto­ren. Hier noch einer von Gry­phon-Dyna­mics. Ihr merkt schon die Din­ger fin­de ich geil Wir haben uns für einen Hexa­co­p­ter mit Y6 Lay­out ent­schie­den. Der Rumpf ist wie ein Y geformt — hat also drei Aus­le­ger wie bei einem Tri­co­p­ter. An jedem der Aus­le­ger sit­zen  jeweils zwei Moto­ren. Ein schö­nes Bei­spiel mit einer beson­de­ren Motor­an­ord­nung ist der Nim­bo One. Wenn an jedem Aus­le­ger ein Motor sitzt han­delt es sich um einen klas­si­schen Y3 Tri­co­p­ter bei dem ein Ser­vo zum ver­dre­hen der hin­te­ren Motor­ach­se benö­tigt wird.  Beim Y4 kann man auf die­sen Ser­vo ver­zich­ten denn man gleicht das durch einen wei­te­ren Motor aus. 

Unterschied zwischen Hubschrauber & Multicopter

Hier schau­en wir erst­mal was bei­de gemein­sam haben, und dann auf die Unter­schie­de. Um zu ver­ste­hen wie ein Mul­ti­ro­tor fliegt ist es gut zu wis­sen wie ein Hub­schrau­ber fliegt. Dazu gibt es bei  www.heliport.de eine sehr gute Einführung… 

Warum machen wir so etwas beklopptes überhaupt?

Erst­mal ist da eine gewis­se Begeis­te­rung für auto­no­me Flug­ge­rä­te   für die es sehr vie­le ernst zu neh­men­de fried­li­che!!!, zivi­le bzw. zivi­li­sier­te  Anwen­dungs­ge­bie­te gibt, zB. in der Archäo­lo­gie. Das fin­den wir an sich schon span­nend. Da ich Foto­graf bin fin­de ich es klas­se eine Kame­ra in die Luft zu brin­gen und Auf­nah­men aus der Luft zu machen. Mir fal­len aber noch eini­ge Anwen­dun­gen mehr ein… irgend­wo ist es zuge­ge­be­ner Maßen auch die Erfül­lung eines alten Jugend­trau­mes. Dann kann man unglaub­lich viel beim bau­en ler­nen, und sei­ne Fähig­kei­ten auf vie­len Gebie­ten erwei­tern. Ler­nen, dabei etwas ent­ste­hen zu las­sen und Neu­land zu betre­ten ist ein­fach span­nend und macht Spaß. 

Warum  ausgerechnet ein Y6 Layout?

Mann kann über­all nach­le­sen das bei die­ser  Anord­nung der Moto­ren  im Fal­le eines Motor / Pro­pel­ler /  Reg­ler-Aus­falls eine Schub-Sym­me­trie gewähr­leis­tet bleibt. Die­se red­un­dan­te Aus­le­gung sorgt dann wohl dafür dass der Y6 Cop­ter  halb­wegs kon­trol­liert gelan­det wer­den kann so lan­ge nur ein Antrieb aus­fällt — wie die­ses You­tube-Video schön zeigt.  Der Y6 Cop­ter hat nur drei Arme statt 6 wie bei einem nor­ma­len Hexa­Co­p­ter. Das bedeu­tet weni­ger Gewicht weil weni­ger Aus­le­ger. Somit  kann eine grö­ße­re Nutz­last trans­por­tiert wer­den.  Der Y6 Cop­ter hat ein bes­se­res Flug­ver­hal­ten bei grö­ße­ren Wind­stär­ken, und halt ein sehr schö­nes Flug­bild Der gro­ße Win­kel zwi­schen den bei­den vor­de­ren Armen sorgt dafür das die Arme und Pro­pel­ler nicht so schnell im Bild sind. Aller­dings muss man bei der Kon­struk­ti­on immer noch auf­pas­sen das die Schat­ten der Pro­pel­ler nicht stö­rend ins Bild fal­len. Nach­tei­le hat die­ses Kon­zept aber auch. Gegen­über einem nor­ma­len Cop­ter ergibt sich ein Leis­tungs­ver­lust auf den ich spä­ter noch mehr­fach ein­ge­hen wer­de. Ein wei­te­rer Nach­teil ist das sich das Ding anfasst wie ein zusam­men­ge­roll­ter Igel. Es ist eine stach­li­ge, nicht mehr fass­ba­re Ange­le­gen­heit wenn sich die Pro­pel­ler erst­mal dre­hen: Die­sen Cop­ter dann noch in der Hand zu hal­ten ist unmög­lich, anders als bei einem Cop­ter der alle Moto­ren ober­halb der Aus­le­ger mon­tiert hat. Die unte­ren Antrie­be sind auch bei der Lan­dung gefähr­det da sie dem Boden doch recht nahe kom­men — bei schie­fem auf­set­zen sind Schä­den an Pro­pel­lern und ver­bo­ge­ne Wel­len an den Moto­ren vor­pro­gram­miert. Die­se Tei­le lau­fen buch­stäb­lich Gefahr ins Gras zu beis­sen. Vor­sicht ist also ange­sagt. Ech­te Red­un­danz bekommt man erst ab 8 Antrie­ben. Des­halb steht jetzt schon ein gro­ßer Dode­ka mit 12 Moto­ren auf unse­rer Wunschliste. 

Habt ihr so etwas schon mal gemacht?

Nö. Wir tun das was man auf gar kei­nen Fall machen soll­te: Wir star­ten total unbe­leckt und ohne jede Erfah­rung in die­ses Aben­teu­er und gucken mal wo uns die Rei­se hin führt. Es ist — und das wird einem jeder Pro­fi auf dem Gebiet run­ter­be­ten — sehr “unklug”. Rat­sa­mer ist es mit einem bil­li­gen Quad­co­p­ter in das The­ma ein­zu­stei­gen um erst­mal Erfah­run­gen zu sam­meln, und teu­ren Schrott zu ver­mei­den. Wir star­ten aber eher mit dem Gedan­ken “No risk no fun”, und “think big”. Wir wer­den nicht leicht­sin­nig vor­ge­hen, son­dern jeden Schritt mit Bedacht tun. Die­se Doku­men­ta­ti­on rich­tet sich also auch an abso­lu­te Anfän­ger.

Ein Gedanke

So ein Mul­ti­co­p­ter ist ja im Grun­de eine lau­te, bies­ti­ge ener­gie­fres­sen­de Mons­ter­ma­schi­ne. Ich sym­pa­thi­sie­re auch mit dem Gegen­ent­wurf dazu: Einem kame­ratra­gen­den Flug­ge­rät das mit mini­ma­lem Ener­gie­auf­wand lan­ge in der Luft blei­ben kann. Sei es als Segel­flie­ger oder Fes­sel- /Wetterballon oder irgend etwas dazwi­schen. Einen Kom­pro­miss wird man bei der Agi­li­tät und Steu­er­bar­keit ein­ge­hen müs­sen.  :-) Span­nen­de Sache und viel­leicht eine Idee für ein zukünf­ti­ges Pro­jekt. Max hat­te die Idee ein Flug­ge­rät zu ent­wer­fen das genau dazwi­schen liegt. Eine Art UAV Zep­pe­lin. Nach ein paar Recher­chen bin ich auf die­se Arbeit von Marc und Thors­ten Nig­ger­mann aus den 90ern gesto­ßen die in die sel­be Rich­tug zielt. 

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