Rückblick auf das Fotografiestudium

Lesezeit ca. 2 Minuten.

Das Studium ist vorbei. Ich bin jetzt fertig. Bin jetzt ein Fotograf mit Diplom, Diplomfotograf, ausgebildeter Fotograf. Klingt alles irgendwie doof, also belasse ich es bei Fotograf. Hallo Welt, hier bin ich!

Das Fotografieren, also das Diplomfotografieren, das Fotografieren mit Fotografiediplom, also mit Fotografieabschluss, mit Fotografiediplomabschluss unterscheidet sich nicht vom Fotografieren ohne Diplom — ohne Fotografiediplom. Das Diplomfotografieren ist also zu vergleichen mit dem Normalfotografieren ohne Diplom, also ohne Fotografieabschluss — Fotografiediplomabschluss.

Frei nach Loriots Jodeldiplom

… nur um das mal klar zu stellen. Aber wozu dann das alles?

  • Es war auf vielen Ebenen anstrengend und fordernd. Ich habe unglaublich viele neue Eindrücke gesammelt. Man lernt ja nie aus, und ich durfte eine Menge lernen und bereits bekanntes vertiefen.
  • Ich habe viel ausprobiert, neue Perspektiven entdeckt, und Klarheit für meinen weiteren fotografischen Weg gefunden.
  • Ich hab jetzt eine kleine Bibliothek von tollen Fotobüchern, hooray.
  • Ich hab neue Kontakte geknüpft — mit Depressionen oft né Herausforderung.
  • Im Vergleich zu anderen Studiengängen, an denen jeden Tag Unterricht stattfindet, ist das Studium trotz 5 Semester “kurz” — Man trifft sich einmal pro Woche zur Bildbesprechung und Theorie. Das gibt einem Raum für Privatleben und zum Geld verdienen, aber der theoretische Stoff ist deshalb sehr komprimiert, und auf das wesentliche beschränkt. Oliver und Frank schaffen die Kunst einem ein Destillat der wesentlichen Dinge nahe zu bringen. Das bedeutet, es wird eine große Menge Stoff in sehr kurzer Zeit angeboten. Den zu Verdauen und in Praxis um zu setzen ist anspruchsvoll. Einiges wird dafür nur am Rande behandelt oder weggelassen — da darf dann jeder für sich weiter forschen was für ihn wichtig ist.
  • Die Zahl der Aufträge erzeugt ausserdem einen Produktiondruck, wie er auch im Fotografenalltag herrscht. Man wird inhaltlich durchaus an seine individuellen Grenzen geführt. Es ist einem aber selber überlassen wie weit man mit gehen mag, und in wie fern man das Angebot annimmt. Letztlich soll man ja selber die Entscheidung treffen, wann es einem genug ist. Man soll sich am Ende positionieren und zu klaren Aussagen über die eigenen fotografischen Schwerpunkte kommen, und Spass machen soll es ja auch.

Mir war der Weg wichtig, nicht das Ziel. Ich hab jetzt ein Stück Papier auf dem steht, das ich es geschafft habe. Auf dem Weg gab es viel zu lernen, zu verstehen, sich zu reiben, Auseinandersetzung, scheitern, wachsen. Grenzen kennen lernen, und Möglichkeiten zu erforschen, viele tolle Leute und auch einigen Spaß. Das fand ich gut. 

Die ganze Zeit hatte mich die Depression voll im Griff, und wurde schlimmer. Jedes Semester stand ich kurz vor dem scheitern. Was eigentlich Spaß machen sollte, war jeden Tag ein Kampf für mich. Ich hab es trotzdem durchgezogen. Jetzt bin ich fertig, und stehe am Anfang. Das finde ich auch gut. 

In die Freude über den Abschluss mischt sich eine Spur Wehmut darüber, das es vorbei ist. Ab jetzt fehlt der geschützte Rahmen, in dem wir uns so schön austoben und austauschen konnten. Nun darf ich die neu gewonnen Möglichkeiten und Freiheiten nutzen. Mal schauen wohin mich das führt. 

Kannst du das empfehlen?

Aber sowas von!

Teile deine Gedanken

*