15. September 2026 Schriftliches, Gedankensplitter Carsten Nichte1 Minute
Wir blicken im Grunde auf zwei Arten in die Welt: Mit dem rational-wissenschaftlichen (hoffentlich) faktenbasierten Blick und mit unseren Gefühlen und Emotionen. Die gesellschaftliche Aufgabe von Kunst sollte nicht sein, uns die Realität zu zeigen - das kann sie eh nicht leisten. Jeder Künstler sollte uns seine ganz eigene Interpretation der Realität zeigen und uns die Welt fühlen lassen. Ich glaube darin liegt ihr größter Wert. Kunst ist ein anderer Weg, die Welt wahrzunehmen und darüber zu reflektieren.
Das Kunstwerk ist für den Betrachter ein Instrument der ganz eigenen Interpretation und Reflektion. Man kann natürlich immer die Frage stellen, was hat der Künstler da gesehen, gedacht und gefühlt, aber ebenso auch ganz isoliert: Was sehe, denke und fühle ich als Betrachter, wenn ich auf das Werk schaue. Das finde ich viel spannender. Das sind zwei ganz eigene Betrachtungswinkel auf das selbe Objekt. Ein Kunstwerk wirkt auch wie ein Prisma.